So sehen die Blätter des Bärlauchs aus.

Händler verkauft statt Bärlauch giftige Maiglöckchen

Der Todes-Topf vom Marktstand

Neumarkt Sankt Veit  - Die Blätter sehen sich sehr ähnlich, deswegen kommt es auch immer wieder zu einer fatalen Verwechslung – zwischen den giftigen Maiglöckchen und dem Küchenkraut Bärlauch.

Normalerweise gehen Sammler in der freien Natur das Risiko ein, sich zu vergiften. Doch in Neumarkt Sankt Veit (Kreis Mühldorf) kam es am Maifeiertag zu einem beunruhigenden Handel: Ein Standlbesitzer hat wegen eines Missverständnisses anstatt Bärlauch einen Topf mit Maiglöckchen verkauft!

Wer die Blumen verzehrt, spielt im Extremfall mit seinem Leben: Die Pflanze enthält Glykoside, diese wirken wie die des Roten Fingerhuts auf das Herz. Es kommt beim Verzehr bestenfalls zu Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen und Schwindel. Bei extrem starken Vergiftungen droht der Tod durch Herzstillstand.

Aufgedeckt hat den gefährlichen Markthandel auf dem Flohmarkt am Festplatz eine versierte Gartlerin. Sie hatte beobachtet, wie der Standlbesitzer einer Kundin einen Topf verkaufte, in dem nach dem Wunsch der Kundin angeblich Bärlauch sein sollte. Die zufällig danebenstehende Gartlerin identifizierte die Planzen aber sofort als Maiglöckchen und sprach ein paar Meter weiter die Kundin an: „Wissen Sie scho, dass des Maiglöckerl san? Die san fei giftig." Die Kundin brachte nun ihren „Bärlauch"-Topf zurück und erhielt auch anstandslos ihr Geld wieder.

Die Blätter der Maiglöckchen sehen denen des Bärlauch gefährlich ähnlich.

Der Vorfall trieb die Gartlerin allerdings um. „Was ist, wenn noch welche die Maiglöckerl kafft ham?" Sie verständigte in Sorge die Polizei. Da sie sich das Auto-Kennzeichen vom Standlbesitzer gemerkt hatte, wurde dieser schnell ausfindig gemacht. Er stammt aus dem Kreis Landshut. Bei einer kurzen Befragung konnte er der Polizei auch glaubhaft versichern, „dass es sich um ein Versehen gehandelt hat". Sämtliche andere Kunden hätte er auch darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei den Pflanzen um Maiglöckchen handelte. Zur Sicherheit informierte aber die Polizei dennoch die Bevölkerung. Der Mühldorfer Inspektionsleiter Robert Anderl: „Es ist Gott sei Dank kein weiterer Fall bekannt worden."

Wie gefährlich eine Pflanzen-Verwechslung sein kann, beweist ein Fall aus Neufahrn. Mitte April starb dort ein 70-jähriger Mann, weil er anstatt Bärlauch die giftige Herbstzeitlose gegessen hatte.

MC

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