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Milch ist Milch - egal ob die Kuh vorher genverändertes Futter gefressen hat oder nicht.

Trotz Gen-Mais: Kühe geben normale Milch

München - Werden Kühe mit Gen-Mais gefüttert, geben sie trotzdem ganz normale Milch. Das zeigt eine Studie der Münchner Uni.

Mit Gen-Mais gefütterte Kühe geben einer Studie zufolge ganz normale Milch. Auch nachdem die Tiere zwei Jahre lang gentechnisch veränderten Mais gefressen hatten, seien keinerlei Auswirkungen bei den Kühen aufgetreten, teilte die Technische Universität München (TU) mit. Es sei die erste vergleichende Langzeitstudie weltweit an Lebensmittel liefernden Tieren mit gentechnisch verändertem Futter. Der gentechnisch modifizierte Mais MON810 werde von Milchkühen genauso verdaut wie herkömmlicher Mais. Es gebe keinen Hinweis, dass die gentechnisch veränderten Komponenten in die Milch gelangten. Auch im Blut der Versuchskühe seien keine Veränderungen festgestellt worden.

Die Studie, die am Mittwoch im Agrarausschuss des Bayerischen Landtags vorgestellt wurde, war 2005 auf Antrag der SPD-Fraktion vom Landtag beschlossen worden. In den Mais MON810 wurde das Gen eines Bakteriums eingeschleust, so dass er ein Insektizid produziert. Dieses tötet einen Schädling namens Maiszünsler. Befürworter halten dies für eine elegante Art, auf das Spritzen von Insektiziden zu verzichten. Gentechnik-Gegner befürchteten hingegen, dass das für den Maiszünsler giftige Protein auch anderen Tieren und Menschen schadet.

Von Mai 2005 an hatten die Forscher um Prof. Heinrich Meyer von der TU und von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft auf dem Versuchsgut Grub 25 Monate lang den Gen-Mais nach einem festgelegten Plan an 18 Milchkühe verfüttert. Parallel dazu bekamen weitere 18 Kühe herkömmliches Maisfutter. Monatlich nahmen die Forscher Proben von Blut, Milch, Exkrementen sowie wöchentlich auch vom jeweiligen Futter. Zur Analyse entwickelten sie eine besonders empfindliche Methode zum Aufspüren des eingeschleusten Gens und des zugehörigen Insektizid-Proteins. "Aufgrund dieser Verbesserungen der Methodik konnten wir die Nachweisgrenzen viel niedriger ansetzen als alle Wissenschaftler bisher", betonte Meyer laut Mitteilung.

Insgesamt wurden mehr als 38.000 Datensätze der 36 Milchkühe ausgewertet. Das Ergebnis: Die verfütterte Maissorte macht in der Entwicklung der Tiere keinen Unterschied. Egal, was sie fraßen -Milchleistung, Kondition und Gewicht waren bei allen 36 Kühen vergleichbar. Trotz der relativ hohen Aufnahme des Insektizid-Proteins von rund 5,3 Milligramm pro Tag hätten die mit Gen-Mais gefütterten Kühe auch in der Organfunktion und in der Fruchtbarkeit keine Unterschiede zur Kontrollgruppe gezeigt. "Ein Gefährdungspotenzial von gentechnisch verändertem Mais MON810 in der Verfütterung an Milchkühe ist aus unseren Studienergebnissen nicht ersichtlich", zog Meyer Bilanz.

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