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Ein umgestürzter Baum blockiert in Augsburg eine Straße.

Unwetter-Tief Felix: Ein Toter und 1000 Notrufe

München - Hagelstürme, Brände und sogar ein Toter: Das ist die Bilanz des Unwetters über Bayern. Der Sturm verursachte Millionenschäden. Bei der Bahn gibt es auch am Mittwoch noch Zugausfälle.

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Bei den Einsatzzentralen und den Feuerwehren in Bayern gingen über 1000 Notrufe ein. Bäume stürzten um und blockierten zahlreiche Straßen, Keller und Unterführungen liefen voll Wasser, die Rettungskräfte rückten zu Hunderten Einsätzen aus. Der Wetterdienst Meteomedia meldete orkanartige Böen von bis zu 140 Stundenkilometern etwa im Bereich Landsberg am Lech. Bei Hauzenberg im Landkreis Passau wurde am Dienstagabend der 26 Jahre alte Fahrer eines Quads von einem umstürzenden Baum erschlagen, wie die Polizei in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Der Mann war mit seiner vierrädrigen Maschine an einem Waldstück entlanggefahren. Er erlitt tödliche Kopfverletzungen und starb noch am Unfallort.

Im Kreis Deggendorf konnte sich eine junge Familie gerade noch aus ihrem Wohnwagen retten. Eine Sturmböe erfasste das Gefährt und peitschte es in die nahegelegene Donau.

Der Bahnverkehr war schwer betroffen. Wegen umgeknickten Bäume und beschädigten Stellwerken komme es auch am Mittwoch noch zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen im Regional- und S- Bahnverkehr, so die Bahn: Gesperrt ist nach wie vor die Strecke Plattling-Dingolfing. Beeinträchtigt ist auch der Verkehr im Bahnhof Landshut. Es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen im Bereich Freising-Passau-Regensburg. Gleiches gilt für den Regionalzugverkehr im Donautal zwischen Günzburg, Ingolstadt und Regensburg. Zu Behinderungen kommt es auch auf der Strecke Ingolstadt-Augsburg. Erst am Donnerstag wird sich der Bahnverkehr wieder normalisieren.

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Eine Frau wurde nach ersten Angaben der Polizei im oberbayerischen Landkreis Weilheim schwer verletzt, als ein Ast auf ihr Auto stürzte. Im Landkreis Eichstätt fuhr ein Auto in einen entwurzelten Baum. Bei Senden im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm knickte die Spitze eines Maibaumes ab und fiel auf ein vorbeifahrendes Auto.

Beim Versuch, ein Dach wieder einzudecken, fiel in Perlesreut (Landkreis Freyung-Grafenau) ein 53-jähriger Landwirt herunter und verletzte sich schwer. Im niederbayerischen Hunderdorf (Landkreis Straubing-Bogen) geriet eine ehemalige Schreinerei in Brand. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, teilte die Polizei in Straubing mit. Bei einem Brand einer landwirtschaftlichen Halle in Landau an der Isar (Landkreis Dingolfing-Landau) entstand ein Sachschaden von 100 000 Euro.

Bei Pittenhart (Landkreis Traunstein) schlug ein Blitz in das Dach eines Bauernhauses ein. Der Besitzer konnte den Brand selbst löschen. Im Kreis Altötting deckte eine Sturmböe ein zehn Quadratmeter großes Dach in Burghausen ab, außerdem wurde ein Baustellenzaun auf die Fahrbahn geweht. Eine abgerissene Telefonleitung wurde im Kreis Mühldorf gemeldet.

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Auf überschwemmten Fahrbahnen gerieten Autofahrer ins Rutschen. Auf den Autobahnen A 7 und A 8 rissen die Sturmböen Lkw-Anhänger um, Äste, Buschwerk und umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr. Die Autobahn 8 zwischen Adelzhausen und Odelzhausen musste wegen Überflutung in Fahrrichtung Stuttgart zeitweise gesperrt werden.

In München war vorübergehend der Flugverkehr lahmgelegt. Viele Flugzeuge, die landen wollten, mussten Warteschleifen drehen. 14 Flüge wurden ganz gestrichen. Nach einer knappen Stunde konnten die Maschinen gegen 19.25 Uhr wieder starten und landen. 

Nach Angaben der Münchner Feuerwehr ist die Landeshauptstadt relativ glimpflich davon gekommen: Rund 50 wetterbedingte Einsätze hatten die Feuerwehrkräfte bis etwa 20 Uhr abzuarbeiten. Umgestürzte Bäume und Bauzäune sowie herabgefallene Äste und einige übergelaufene Abwasserleitungen beschäftigten die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet. Menschen wurden durch das Unwetter nicht verletzt.

Im Hopfenanbaugebiet Hollertau richtete der Sturm große Schäden an. Der Vize-Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbandes Hallertau im oberbayerischen Wolnzach, Werner Brunner, bezifferte die betroffene Fläche am Mittwoch auf bis zu 2500 Hektar.

Die Unwetterfront zieht laut Meteomedia über Bayern hinweg nach Nordosten und könne nachts auch noch Sachsen mit heftigen Regenfällen und Gewittern erreichen.

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