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Der sulzige Schnee im Frühjahr führt häufig zu Knieverletzungen.

Viele Knieverletzungen im schweren Schnee

Sonthofen - Wintersportfreunde freuen sich in den Osterferien über viel Schnee. Doch Experten warnen vor Verletzungen.

Wintersportfreunde können sich in den Osterferien noch über reichlich Schnee in den Wintersportgebieten. Da jedoch im Frühjahr die Temperaturen im Laufe des Tages erheblich schwanken, ist auf den Pisten erhöhte Vorsicht geboten. "Der Schnee ist morgens oft noch hartgefroren und mittags schon sehr sulzig. Die Verletzungsgefahr sollte man nicht unterschätzen", sagt Bernd Zehetleitner, Leiter der Bergwacht Sonthofen und der Bergschule Oberallgäu. Unkontrollierte Bewegungen im schweren, nassen Schnee seien vor allem für die Knie gefährlich. "70 Prozent der Verletzungen auf Skipisten sind Knieverletzungen", sagte Zehetleitner.

Der lange und schneereiche Winter hat Zehetleitner zufolge zu einer ungewöhnlich hohen Zahl von Skiunfällen geführt. Allein bei der Bergwacht Sonthofen seien bis jetzt 340 Einsätze registriert. "Das ist sehr viel für die Jahreszeit, Ostern liegt schließlich noch vor uns." Die Häufung komme zustande, da die Skilifte in dieser Saison mehr Betriebstage als sonst hatten. "Mehr Skifahrer heißt auch immer mehr Unfälle." Neben Knieverletzungen kämen häufig noch Verletzungen im Schulter-, Brust- und Wirbelbereich vor. "Kopfverletzungen waren ganz selten dabei."

Trotz des langen Winters erwarten die Skigebiete über Ostern nochmals regen Betrieb. Damit Wintersportler sowohl auf harten als auch auf weichen und zudem überfüllten Pisten den Skitag unverletzt überstehen, rät der Experte dazu, sich in der Fahrweise zurückzunehmen. "Viele Unfälle passieren, weil die Leute heute viel zu schnell, rücksichtslos und unkontrolliert fahren. Man sollte die Linie, die man fährt, immer beherrschen und steuern können."

Die Erfahrung der Bergwacht zeige, dass die meisten Skiunfälle in der ersten und in der letzten Abfahrt des Tages passieren. Das liege daran, dass morgens die Muskeln noch kalt und nachmittags die Kräfte verbraucht sind, sagt Zehetleitner. Zur Vorbeugung von Verletzungen empfiehlt er deshalb, sich aufzuwärmen. "Das macht leider kaum jemand. Nur in Skischulen gehört Aufwärmen ganz selbstverständlich dazu."

dpa

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