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John Demjanjuk (89).

Mutmaßlicher NS-Verbrecher

Weiter Tauziehen um Abschiebung von Demjanjuk

München - Das Tauziehen um die Abschiebung des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk nach Deutschland geht weiter: Sein Anwalt will diese vor Gericht blockieren.

Der Rechtsvertreter des 89-Jährigen in den USA, John Broadley, wollte bei einem Berufungsgericht im US-Staat Virginia Einspruch gegen das Verfahren eines Einwanderungsrichters einlegen.

Der Richter hatte am Montag einen in der vergangenen Woche verfügten Abschiebestopp wieder aufgehoben und damit den Weg für die Ausweisung Demjanjuks ab Mittwoch freigemacht.

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Broadley zeigte sich indessen sicher, dass Demjanjuk an diesem Tag nicht nach Deutschland geschickt werde. Er erwarte eine Verlängerung des Abschiebestopps, bis in der Sache grundsätzlich entschieden werde, sagte der Anwalt.

Demjanjuk lebt derzeit als Staatenloser in Cleveland (US-Staat Ohio). Das Amtsgericht München hat am 11. März Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Ukrainer vor, als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29 000 Juden geleistet haben.

Broadley hatte am vergangenen Donnerstag einen Eilantrag bei einem Einwanderungsgericht in Virginia gestellt, in dem es hieß, eine Ausweisung komme für den gebrechlichen Demjanjuk Folter gleich.

Tatsächlich setzte Richter Wayne Iskra die ursprünglich für Montag angesetzte Abschiebung aus, revidierte dann seine Entscheidung aber wieder - mit der Begründung, das Gericht sei dafür gar nicht zuständig gewesen.

Er verwies Broadley an die Berufungsinstanz, die nach Angaben der Zeitung “The Plain Dealer“ in Cleveland im vergangenen Jahr schon einmal gegen Demjanjuk entschieden hatte.

Ob bei einem Scheitern des Einspruchs noch andere juristische Wege zu einem Abschiebestopp offenstehen, blieb zunächst unklar.

Broadley wertete es unterdessen als hoffnungsvolles Zeichen, dass Iskra in seiner ersten Entscheidung ausdrücklich auf den verschlechterten Gesundheitszustand Demjanjuks verwiesen habe. dpa/lby

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