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Die Witwe des getöteten Landwirts.

Witwe von Bauer Rudolf R. will neuen Prozess

Neuburg/Ingolstadt - Die Witwe des von ihr selbst und ihrer Familie getöteten Bauern Rudolf R. Neuburg a.d. Donau will nach dem Fund der Leiche eine Neuauflage des Verfahrens.

Derzeit werde geprüft, ob neue Beweise aufgetaucht und damit die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme gegeben sind, sagte der Anwalt der Frau, Klaus Wittmann, am Montag. Allerdings seien die juristischen Möglichkeiten dafür sehr beschränkt. Die Frau sitzt seit 2005 im Gefängnis, weil sie gemeinsam mit dem Verlobten ihrer Tochter den Ehemann umgebracht hat. Die zunächst verschollene Leiche war vergangene Woche in einem Auto in der Donau gefunden worden.

"Wir haben ein rechtskräftig gewordenes Urteil, da sagt das Gesetz grundsätzlich: Das hat Bestand", sagte Oberstaatsanwalt Wolfram Herrle in Ingolstadt. Nur wenn eine neue Tatsache geschaffen werde, die dazu führen könnte, dass die Verurteilten freigesprochen werden, werde eine neue Hauptverhandlung eröffnet. Beide Parteien warten nun vor allem auf die vollständigen Ergebnisse der Obduktion der Leiche des Bauern, die in wenigen Tagen abgeschlossen sein soll. Danach sollen die alten mit den neuen Beweismitteln verglichen werden.

In einigen Wochen werde dann feststehen, ob ein Antrag auf Wiederaufnahme Erfolgsaussichten hat, sagte Wittmann. In jedem Fall aber will er eine vorzeitige Haftentlassung für seine Mandantin beantragen, erläuterte er und bestätigte damit Medienberichte. Die Frau sei in einem schlechten Gesundheitszustand.

Im Prozess um den Tod des Bauern vor rund vier Jahren war das Gericht davon ausgegangen, dass der Tote zerstückelt und an die Hofhunde verfüttert worden sein könnte. Von der Leiche fehlte damals jede Spur. Die Witwe, ihre zwei Töchter und der Verlobte hüllten sich in der Verhandlung in Schweigen und mussten schließlich alle ins Gefängnis. Der alkoholkranke Landwirt hatte sich jahrelang an seinen Töchtern vergangen.

lby

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