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Gesundheitsminister Markus Söder bei der Pressekonferenz in München.

Nach Pressekonferenz in München

Söder: "Kein Anlass zur Panik"

München - Die Schweinegrippe hat Deutschland erreicht. Zwei von bundesweit bisher drei Patienten werden aus Bayern gemeldet.

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Am Mittwochmorgen bestätigte sich der Verdacht bei einem Mann im Krankenhaus Regensburg, am Vormittag wurde das Virus auch bei einer 37-jährigen Frau aus dem Raum Kulmbach durch das Robert-Koch-Institut eindeutig festgestellt. Beide waren vor einer Woche aus Mexiko zurückgekehrt. Eine dritte Patientin wird in Hamburg behandelt. Die 22 Jahre alte Frau war ebenfalls nach einer Mexikoreise mit grippeähnlichen Symptomen in ein Hamburger Krankenhaus gekommen.

Die Frau aus dem Raum Kulmbach sei bereits vollständig genesen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU). Bei dem Mann in Regensburg hätten sich die Grippesymptome gebessert. Trotz dieser guten Nachricht gelte es nun, wachsam zu sein und besonnen und konsequent zu handeln. “Beide Fälle bestätigen, dass die Lage ernst zu nehmen ist.“

Angst vor der Schweinegrippe

Schweinegrippe in Mexiko - Menschen in Angst

Bei insgesamt vier weiteren Menschen im Freistaat besteht der Verdacht auf Schweinegrippe. “Es besteht kein Anlass zu Panik, aber es besteht erhöhter Anlass zu Wachsamkeit“, so Söder. Alle Verdachtsfälle würden derzeit wie Bestätigungsfälle behandelt, um das Risiko zu minimieren, sagte Söder. Der Krisenstab arbeite rund um die Uhr. Der erste Schweinegrippe-Patient war zuerst im Krankenhaus von Mallersdorf-Pfaffenberg (Landkreis Straubing-Bogen) behandelt worden. Am Dienstag sei er ins Universitätsklinikum in Regensburg verlegt worden, sagte ein Sprecher der Regierung der Oberpfalz. Die anderen etwa zehn Teilnehmer der Mexiko-Reise seien informiert worden, es gebe aber in diesem Kreis keinen weiteren Verdachtsfall. Söder sagte, er wolle noch am Mittwoch nach Regensburg fahren und mit den dortigen Medizinern sprechen.

Die Patientin aus dem Raum Kulmbach war nach Medienberichten mit ihrem Ehemann am vergangenen Mittwoch von einer Urlaubsreise aus Cancùn zurückgekehrt. Als sie am Freitag unter grippeähnlichen Symptomen wie Gelenkschmerzen und Fieber litt, ging das Ehepaar zum Arzt, der das Gesundheitsamt verständigte. Beide seien auf Erreger getestet worden, berichteten örtliche Medien. Bei der Frau wurden Influenza-Viren des Typs A gefunden, bei dem Mann nicht. Das Ehepaar befindet sich den Berichten zufolge zu Hause, darf aber keinen Kontakt mit anderen Menschen haben. Bei keiner der Personen, die zuletzt Kontakt mit den beiden hatten, seien bislang grippeähnliche Symptome festgestellt worden.

Kein Schweinegrippe-Verdacht in Flugzeug aus Mexiko

Am Münchner Flughafen landen die ersten Passagiere aus Cancun.

In dem ersten Direkt-Flieger nach München seit dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko gab es nach ersten Informationen keinen neuen Verdachtsfall. Es sei vom Piloten kein Verdachtsfall gemeldet wurde, sagte die Sprecherin des Landratsamtes Erding, Christine Centner, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Bisher sieht alles gut aus.“ Der Airbus 330 kam aus dem Urlauberort Cancún an der Küste der Halbinsel Yucatán. Noch vor dem Aussteigen sollten die Fluggäste von Mitarbeitern des Medizinischen Dienstes nach ihrem Befinden befragt werden, um zu prüfen, ob es wirklich allen gut geht. Alle Passagiere sollen Ausstiegskarten mit ihrer Erreichbarkeit ausfüllen, damit sie informiert werden könnten, falls sich nach dem Flug Verdachtsfälle oder Erkrankungen ergeben sollten. Angehörige, die Urlauber vom Flughafen abholten, äußerten sich erleichtert. “Angst habe ich eigentlich nicht, aber etwas unsicher bin ich“, sagte Gerdi Seitz aus Feucht bei Nürnberg.

In Bayern sind derweil für 20 Prozent der Bevölkerung Medikamente wie Tamiflu und Relenza für den Notfall eingelagert. Sie waren vor etwa drei Jahren im Zuge der Vogelgrippe und der bereits damals von Experten beschriebenen Pandemie-Gefahr angeschafft worden. “Wir sind gut vorbereitet“, sagte Söder. Jeder Erkankte könne damit rechnen, ausreichend mit Arzneien versorgt zu werden. Da die Erkrankten gut auf Tamiflu ansprechen, gebe es Grund für gedämpften Optimismus, sagte Söder auch mit Blick auf die Erfahrungen in den USA. Unklar ist derzeit, wie gefährlich das Virus wirklich ist.

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