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Hubert Haderthauer.

Klinikleitung soll sie abgeschmettert haben

Modellbau-Affäre: Schon Anfang 1999 kritische Nachfragen

München - Neue Fragezeichen in der sogenannten Modellbau-Affäre: Offenbar gab es bereits Anfang 1999 kritische Nachfragen, ob bei der Arbeitstherapie von Straftätern in der Ansbacher Psychiatrie alles mit rechten Dingen zuging.

Sie habe damals derartige Fragen gestellt, berichtete Elke Held, damals Bezirksrätin in Mittelfranken, am Donnerstag im Modellbau-Untersuchungsausschuss des Landtags. Die Klinikleitung habe ihr aber signalisiert, sie habe nicht die nötige Fachkompetenz.

Der Untersuchungsausschuss soll die Hintergründe von privaten Modellauto-Geschäften klären, die der damalige Stationsarzt Hubert Haderthauer - Ehemann der späteren Staatskanzleichefin Christine Haderthauer - mit Hilfe von Psychiatrie-Patienten machte. Wichtigster Konstrukteur der teuren Modellautos war ein verurteilter Dreifachmörder. Und der genoss nach heutigem Kenntnisstand eine Reihe von Privilegien. Beispielsweise durfte er die Klinik wiederholt zusammen mit Haderthauer verlassen.

Bezirkstagspräsident Richard Bartsch sagte im Ausschuss über diese Geschäftsbeziehung: „Wir haben nicht erkannt oder damals nachgefragt, ob hier ein Regelverstoß war.“ Solche Verträge seien aber auch Aufgabe der Klinikleitung gewesen. Bartsch rechtfertigte den Modellbau grundsätzlich als sinnvolle Therapie - wenn die Bedingungen stimmen.

dpa

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