Prozess

Möglicher Deal bei Prozess gegen Bad Kissinger Ex-OB?

Würzburg (dpa/lby) - Im Strafprozess gegen den früheren Bad Kissinger Oberbürgermeister Karl Heinz Laudenbach deutet sich ein Deal zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung an.

Beide Seiten signalisierten am Freitag ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einer Verständigung. Staatsanwältin Tanja Zechnall machte jedoch ein umfassendes Geständnis zur Bedingung.

Laudenbach steht wegen Vorteilsannahme im Amt und Steuerhinterziehung vor dem Landgericht Würzburg. Der 57-Jährige soll für die Vermittlung des Verkaufs eines Kurhotels mehr als 400 000 Euro Provision kassiert und nicht versteuert haben.

Die Steuerhinterziehung hatte Laudenbach bereits eingeräumt. Er gab auch zu, das Geld erhalten zu haben, wies aber den Vorwurf der Vorteilsannahme zurück. Seine Anwälte gaben am Freitag zu Protokoll, eine Erklärung ihres Mandanten beim nächsten Termin am 21. August sei denkbar.

Die Details einer möglichen Verständigung sind noch offen. In einem Gespräch mit der Staatsanwältin, von dem vor Gericht berichtet wurde, hatte die Verteidigung eine Kombination von zwei Jahren Freiheitsstrafe mit einer Geldstrafe von 365 Tagessätzen als Möglichkeit ins Gespräch gebracht. Zechnall schloss eine Strafe im bewährungsfähigen Bereich aus, nannte eine „Straferwartung von etwa drei Jahren“ aber „jedenfalls nicht unrealistisch“.

Der parteilose frühere Kriminaldirektor Laudenbach war von 2002 bis 2008 Oberbürgermeister der Kurstadt. Das fragliche Geschäft stammt aus dem letzten Jahr seiner Amtszeit: Die Arbeiterwohlfahrt verkaufte das lange leerstehende Kurhotel Fürstenhof an eine Schweizer Firma, die russischen Investoren gehört.

dpa

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