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Bruder Edmar Schäfer (r) und Prior Christoph Gerhard (l) aus der Benediktinerabtei Münsterschwarzach sowie der Landwirtschaftsmeister Klaus Burger stehen vor der Biogasanlage der Abtei.

Mönche gegen Klimaschädling CO2 - Hackschnitzel und mehr im Kloster

Schwarzach - Noch stehen zwei alte Öltanks auf dem Gelände der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. “Ich nenne sie unsere fossile Vergangenheit“, sagt Prior Christoph Gerhard, denn das letzte Betanken sei mittlerweile Jahre her.

“Einen Tank haben wir sogar schon stillgelegt.“ Für angenehm warme Klausen sorgt in dem unterfränkischen Kloster jetzt eine Hackschnitzelanlage.

Die Abtei ist eines der größten Benediktinerklöster in Europa. Gut 100 Mönche leben auf rund 11 Hektar zusammen, und das fast unabhängig von immer teurer und knapper werdenden Rohstoffen wie Gas. Während deutsche Haushalte von 2002 bis 2006 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für Energie rund 28 Prozent mehr berappen mussten, wurde im Kloster in Schwarzach (Landkreis Kitzingen) eifrig modernisiert, um später Geld zu sparen. Drei Millionen Euro steckte die Abtei seit 2001 in neue Technologien. Der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2), einst 2500 Tonnen im Jahr, wurde damit erheblich gesenkt. Für Strom und Wärme sorgen nun fast ausschließlich regenerative Energiequellen.

Bruder Edmar Schäfer, zuständig für den Betrieb der Hackschnitzelanlage, beugt sich über seinen Steuerungsbildschirm. Bunte Diagramme mit gleichmäßigen Linien sind darauf zu sehen. Der Mönch nickt zufrieden. Der vollautomatisch betriebene Kessel, der 70 Klostergebäude wärmt, läuft verlässlich. Dazu sind jährlich rund 1500 Tonnen Holz nötig - ein nachwachsender Rohstoff, der im nahen Steigerwald im Überfluss vorhanden ist. Das sogenannte Ausputzholz, wegen häufigem Borkenkäfer-Befalls für Schreiner wertlos, sei nicht nur viel preiswerter als fossile Brennstoffe, erklärt Schäfer. “Die Entscheidung für Holz stärkt auch unsere regionale Forstwirtschaft.“
Noch in den 90er Jahren verbrauchte das Kloster rund 750 000 Liter Heizöl im Jahr. Seit 2003 arbeitet die Hackschnitzelanlage, der Ölverbrauch ist auf 70 000 Liter im Jahr gesunken - und es ist auch weiterhin mollig warm. Öl werde nur noch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gebraucht.

Neben Holz nutzen die Benediktiner auch Sonne, Wind und Wasser. Ein aufgestauter Wasserkanal, bereits seit 750 Jahren Energiequelle des Klosters, wirft rund 25 000 Kilowattstunden Strom jährlich ab, eine 200 Quadratmeter große Solaranlage sogar rund 60 000. Zusammen mit der Windkraft, die die Mönche mit ihrer Beteiligung an einem Windpark in Niedersachsen nutzen, erwirtschaftet die Abtei rund ein Drittel des klösterlichen Energiebedarfs. Der Strom werde allerdings aus technischen Gründen in das öffentliche Stromnetz gespeist, erklärt Gerhard. Die Abtei bediene sich dann hier wiederum.

“Die Umstellung auf regenerative Energiequellen spart sehr viel Geld“, berichtet Gerhard. Damit habe die Abtei neue Stellen schaffen können, wie die von Klaus Burger. Der Landwirtschaftsmeister überwacht die 2006 gebaute Biogasanlage, neueste Errungenschaft der Abtei. Acht Tonnen Mais füllt Burger täglich hinein und stellt so sicher, dass unter Ausschluss von Sauerstoff und bei von 40 Grad Celsius der biologische Brennstoff Methan entsteht. Ein Generator erzeugt damit dann wiederum Energie: jährlich rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom und 1,3 Millionen Kilowattstunden Heizenergie.

Zusammen mit der gewonnenen Energie aus Sonne, Wind und Wasser kann die Biogasanlage den jährlichen Strombedarf der Abtei von rund einer Million Kilowattstunden mehr als decken, braucht aber zum Betrieb selbst auch noch Strom. Dadurch erwirtschafte das Kloster unterm Strich jedes Jahr 400 000 Kilowattstunden Strom, die es gar nicht brauche, sagt Burger. Das entspricht dem jährlichen Durchschnittsverbrauch von rund 100 deutschen Familien.

“Die Effizienz der Biogasanlage ist einzigartig“, sagt der Leiter der Energieabteilung beim Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk in Straubing, Christian Leuchtweis. Das Energieinstitut betreut regenerative Energieprojekte in Bayern. Ermutigt durch das Kloster-Projekt würden immer mehr Kommunen im Freistaat über den Bau einer Biogasanlage nachdenken, berichtet Leuchtweis. Dennoch könne der Umstieg auf regenerative Energien nicht alleine mit nachwachsenden Rohstoffen bestritten werden. “Die heimische Biomasse reicht lediglich aus, um 10 bis 15 Prozent des Energiebedarfs Deutschlands zu decken.“

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