Dieses Bild hat die Polizei gestern veröffentlicht. Das Foto ist das aktuellste von Franz Müller, es zeigt ihn beim Geldabheben am 28. August.

Mörder auf der Flucht: Jetzt soll das Fernsehen helfen

Rosenheim - Gut zwei Wochen sind seit dem Doppelmord an einer 37-Jährigen und ihrem Buben vergangen, noch immer fehlt vom mutmaßlichen Täter Franz Müller jede Spur. Die Polizei startet eine Fahndungsoffensive - mit neuen Bildern und „Aktenzeichen XY".

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Wenn die Falle irgendwann doch zuschnappt 

Am Gartenzaun des kleinen Anwesens im rumänischen Cisnadie (Heltau) hängen Kränze mit Trauerflor. Verwandte und Freunde der toten Lacramioara haben die Blumen dorthin gebracht. In dem Haus wohnen Angehörige der 37-Jährigen. Bis vor fünf Jahren hat Lacramioara selbst in der kleinen Stadt in Siebenbürgen gelebt, in dem Haus mit Garten ist sie aufgewachsen. Dann zog sie nach Rosenheim um. Erst vor wenigen Wochen hatten Lacramioara, ihr Sohn Marcus (3) und die beiden älteren Kinder (14 und 17 Jahre alt) Urlaub in Cisnadie gemacht und den Rest der Familie besucht. Zurück in Rosenheim wurde die 37-Jährige ermordet.

Mutmaßlicher Täter: der Ex-Mann der Rumänin. Franz Müller tötete auch den kleinen Marcus. Seither jagt die Polizei den Doppelmörder. 60 Beamte sitzen in der Sonderkommission „Hochgern“, zum Teil durchkämmten 200 Einsatzkräfte das Gelände nach dem Flüchtigen, der Hubschrauber kreiste fast ununterbrochen über Rosenheim. Weil die Fahndung bislang ins Nichts verläuft, erhöhen die Beamten jetzt den Druck. Die Belohnung für ergiebige Hinweise wurde auf 10 000 Euro erhöht - und das Fernsehen soll auch helfen.

Erst am Montag bat die Sonderkommission die Redaktion der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ um Hilfe. Kurzfristig änderte der Sender sein Programm: Heute Abend (ab 20.15 Uhr) wird ein kurzer Fahndungsaufruf ausgestrahlt. Gezeigt wird auch die Tätowierung, die Müller an der rechten Hand zwischen Zeigefinger und Daumen trägt. Es handelt sich um schwarz-blaue Punkte in Form einer Würfel-Fünf. In einschlägigen Internet-Foren wird dieses Symbol als „Knast-Tätowierung“ bezeichnet. Der Punkt in der Mitte steht für den Häftling, die vier am Rand für die vier Wände der Zelle. Tatsächlich saß Müller wegen Gewaltdelikten im Gefängnis. Erst jetzt habe man Informationen zu dem Tattoo bekommen, so Franz Sommerauer vom Polizeipräsidium. Die Beamten veröffentlichen zudem weitere Bilder von dem mutmaßlichen Mörder: Eines zeigt ihn beim Geldabheben nur eine Woche vor der Tat, das andere ist eine wenige Wochen alte Aufnahme: Müller in Sportkleidung.

Laut „XY“-Ankündigung könnte sich der gebürtige Rumäne ins benachbarte Ausland abgesetzt haben. Bislang ging die Sonderkommission davon aus, dass sich der Mörder im Raum Rosenheim versteckt. Aber: „Es gehen immer weniger Hinweise aus der Bevölkerung ein“, sagt Sommerauer. Fest steht, dass Müller einen sehr kleinen Bekanntenkreis hat. „Das macht die Ermittlungsarbeit nicht leichter.“

Carina Lechner

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