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Ein Traktor fährt über ein Feld und bringt Glyphosat aus (Archivbild).

Am Mittwoch beschlossen

Molkerei Berchtesgadener Land: Glyphosat-Verbot für Bauern

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Die Molkerei Berchtesgadener Land verbietet Bauern die Nutzung des Umkrautvernichters Glyphosat.

Piding/Brüssel – Im Gegensatz zur EU-Kommission hat die Molkerei Berchtesgadener Land am Mittwoch eine Entscheidung zum Thema Glyphosat gefällt: Einstimmig beschloss der Aufsichtsrat der Genossenschaft, seinen Zulieferern den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters mit sofortiger Wirkung zu untersagen. Das sagte Geschäftsführer Gerhard Pointner dem „Münchner Merkur“.

In Europa ist die Entscheidung über die weitere Zulassung von Glyphosat dagegen vertagt: Das zuständige Expertengremium der EU-Länder hat gestern laut Mitteilung der EU-Kommission nicht abgestimmt. In den nächsten Wochen wolle man mit den Mitgliedsstaaten eine Lösung erarbeiten, die „die größtmögliche Unterstützung hat“. Die EU-Kommission war von ihren Plänen für eine Zulassung des Mittels für weitere zehn Jahre abgerückt – nach einem Votum des EU-Parlaments für ein Verbot bis 2022. Nun lautet der Vorschlag auf eine Zulassung für fünf bis sieben Jahre. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Glyphosat-Verbot für Bauern: Die Presseerklärung der Molkerei Berchtesgadener Land

Während der zuständige EU-Fachausschuss eine Entscheidung über ein Verbot bzw. die umstrittene Zulassungsverlängerung von Glyphosat erneut vertagte, fällte der Aufsichtsrat der Molkerei Berchtesgadener Land eine klare, einstimmige Entscheidung: Mit sofortiger Wirkung wird die Anwendung jeglicher Totalherbizide in der Grünland- und Ackerbaubehandlung verboten.

Das Glyphosatverbot gilt damit ab sofort für alle 1.800 Genossenschaftsmitglieder, deren Milch in Piding verarbeitet wird. Geschäftsführer Bernhard Pointner, der gemeinsam mit dem Vorstand diese Entscheidung vorbereitet und empfohlen hat: „Es gibt in unserem Milcheinzugsgebiet keine Notwendigkeit, ein Totalherbizid einzusetzen, dessen wissenschaftliche Bewertung hinsichtlich Auswirkungen auf Mensch und Umwelt kontrovers ist.“

Mit dieser Entscheidung geht die mittelständische Molkereigenossenschaft konsequent den Weg, ihr Wirtschaften an den Leitplanken der Nachhaltigkeit auszurichten. Bereits 2010 entschied man sich für gentechnikfreie Fütterung. Die Landwirte erhalten seit Jahren einen fairen Preis für ihre Milch, in der viel Arbeit steckt. Die Kunden erhalten ein Produkt bester Qualität.

Die beschlossenen Regelungen werden in die Milchlieferbedingungen aufgenommen und die Einhaltung über das bestehende Qualitätsmanagement-Tool QSSM extern überwacht.

„Die Wertschätzung, die Bürger und Bürgerinnen mit dem Kauf unserer Milchprodukte den Landwirten gegenüber zum Ausdruck bringen, ist für uns eine Verpflichtung. So auch diese Entscheidung, entgegen dem Gesetzgeber, der den Einsatz der umstrittenen Totalherbizide zulässt“, so Bernhard Pointner. „Ich kann hinter dem Hinauszögern einer Entscheidung der Politiker nur starke Lobbykräfte vermuten und fordere deshalb die deutsche Politik auf, sich endlich für ein schnelles Glyphosatverbot stark zu machen.“

ja/lby

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