Horrorgestalten und liebe Drachen

Monster-Ausstellung in Nürnberger GNM

Nürnberg - Monster, Mode und Reformation: Das Germanische Nationalmuseum hat seine Pläne für das laufende Jahr vorgestellt. 2014 verbuchte das Haus einen deutlichen Besucherrückgang.

Gruselige Horrorgestalten und liebe Drachen aus dem Kinderbuch: Monstern widmet das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg in diesem Jahr eine große Sonderausstellung. Mit rund 200 Exponaten vom Gemälde bis zum Filmausschnitt veranschaulicht das Haus die Geschichte der Fantasie-Gestalten vom Mittelalter bis in die Gegenwart. „Wir behandeln erstmals den großen Bogen zwischen Grauen und Komik“, sagte Kurator Johannes Pommeranz am Dienstag. Die Schau vom 7. Mai an erläutert, welche Typen von tierischen und menschlichen Monstern es gibt und wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Auch ein Thema: „Das Monster in uns“ - Menschen am Abgrund.

Im vergangenen Jahr haben etwa 290 000 Menschen das Nationalmuseum besucht - 20 000 weniger als im Vorjahr. Einen wirklichen Grund für den Rückgang könne man nicht erkennen, sagte eine Sprecherin. In den Jahren davor seien die Besucherzahlen stetig gestiegen.

Im Jahr 2016 werde sich das GNM verstärkt der Provenienzforschung zuwenden, kündigte Generaldirektor Ulrich Großmann an. Auch in einer Ausstellung soll über die Forschung zu Bildern informiert werden, die etwa von den Nazis geraubt wurden.

Kritisch sieht der GNM-Chef Nürnbergs Bemühungen um den Titel „Kulturhauptstadt 2025“. Die Vertreter der Kultur seien beim Neujahrsempfang der Stadt vor einer Woche nicht einmal begrüßt worden, bemängelte er. „Deutlicher kann man nicht sagen, dass Nürnberg nicht Kulturhauptstadt werden will.“

Er bedauere das aber auch nicht unbedingt. In anderen Städten habe man dann lediglich viele „Events“ gehabt. Sehr nachhaltig sei das aber nicht gewesen. „Mir ist wichtiger, dass die Stadt ihren soliden Umgang mit der Kultur beibehält“, sagte Großmann.

Zweites großes Thema im Germanischen Nationalmuseum wird in diesem Jahr vom 3. Dezember an die Mode in der Renaissance und im Frühbarock sein. Das GNM zeigt mit etwa 50 Kostümen aus der Zeit von 1560 bis 1650 erstmals seine international bedeutende Sammlung frühneuzeitlicher Kleidung. Begleitet werden sie von Gemälden und Gegenständen aus der Schneiderwerkstatt und dem Alltag wie Fingerhüten und Kleiderbürsten. Leihgaben für die Schau kommen etwa vom New Yorker Metropolitan Museum of Art, aus Wien und Stockholm.

Im Rahmen der Lutherdekade gibt es von Mai an zudem ein großes Begleitprogramm rund um die Werke des Malers Lucas Cranach der Ältere (um 1472 bis 1553). Als Freund des Reformators Martin Luther zähle Cranach zu den wichtigsten Künstlern der deutschen Renaissance. Ein eigener Audioguide informiert die Besucher über die Reformation.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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