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Hinter dem „Skyline“-Park in Mindelheim brauen sich Unwetterwolken zusammen. Sie bringen Platzregen mit Wassermassen, die oft zuviel für die Kanalisation sind: bis zu 70 Liter in einer Stunde.

Monsun in Bayern

München - Es schüttet dermaßen, dass selbst die Älteren von Regenfällen reden, „wie wir sie noch nie gesehen haben“.

Danach folgt wieder diese stechend heiße Sonne, für Minuten, manchmal auch für Stunden – bis sich erneut schwarze Wolken aufbauen. „So wird das auch die nächsten Tage bleiben“, sagt Michael Kienzle von donnerwetter.de.

Hochwasser im Landkreis Fürstenfeldbruck

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Grund: Die feuchtwarme Luft, die ein Skandinavien-Hoch von Osten nach Süd- und Südostbayern schaufelt. Und es gibt inzwischen Orte, etwa die gesamte Region um München, mit einer Luftfeuchte von über 90 Prozent. Das ist dampfig hoch zehn! Und schlimmer: Da uns Sauwettertief „Qinton“ eine gefühlte Ewigkeit mit kaltem Dauerregen versorgte, ist der Boden so durchnässt, dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann.

Die Folge: Mit dem oft über eine Stunden dauernden Platzregen folgt fast zwangsläufig die Überschwemmung – wie im Monsun!

Etwa im Kreis Starnberg: Am frühen Samstagmorgen suchte ein Unwetter mehrere Orte heim: Sintflutartige Regenfälle prasselten auf die Gemeinden Tutzing, Traubing, Pöcking und Aschering nieder. In Aschering schwoll der sonst beschauliche Bach in kurzer Zeit zum reißenden Fluss an, Teile der Ortschaft wurden überflutet. Die Feuerwehren kämpften gegen die Fluten mit Dämmen an.

Alarm auch im Kreis Weilheim -Schongau: Zunächst drohten am Samstag die Wassermassen eine Brücke zwischen Weilheim und Steinberg wegzuspülen. In Wielenbach war nach einem Unwetter das Regenrückhaltebecken voll, dem Ort drohte die Überschwemmung. 300 Einsatzkräfte sicherten das Becken mit Sandsäcken, um 20 Uhr konnte der Katastrophenalarm zurückgenommen werden. Allein von Samstagfrüh bis Samstagmittag verzeichnete das Polizeipräsidium Süd in Rosenheim 150 Notrufe nach Gewittern und damit verbundenem Starkregen. Betroffen waren hier die Alpenlandkreise und die Landkreise südlich der Donau.

Hochwasser im Landkreis Weilheim-Schongau

Hochwasser im Landkreis Weilheim-Schongau

Dazu zählte auch ein Notruf aus Spatzenhausen (Kreis Garmisch-Partenkirchen): Ein Blitz war dort in zwei Wohnwagen eingeschlagen. Beide brannten aus, Schaden: 30 000 Euro. In eine unglückliche Situation geriet ein Autofahrer bei Wasserburg am Inn. Der Mann erkannte in einer Unterführung der Bundesstraße 15 zu spät, dass diese bis auf Fensterhöhe überschwemmt war. Die Feuerwehr rückte an, zog den Unglücklichen samt Auto auf sicheres Terrain.

Auch die Oberpfalz hat es getroffen. In Wackersdorf fielen binnen einer Stunde 70 Liter Wasser pro Quadratmeter, 90 Keller liefen voll. Wie geht’s weiter? Meteorologe Kienzle rechnet mit unverändertem Wetter in den nächsten Tagen, das heißt: feuchtwarm, Platzregen satt. Ein Alarm, der bis Montag Vormittag gilt, wurde schon wieder für alle Kreise südlich der Donau gegeben.

Na sauba! Schließlich gibt es schon Orte, die in den letzten Wochen so viel Wasser abbekamen wie sonst im ganzen Jahr. Chieming meldete an zwei Tagen 87 Liter: Und das war noch vor dem Monsun-Regen!

mc

Hochwasser in München

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Hochwasser: Bayern ertrinkt im Regen

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