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Mit Laserpistolen und stationären Anlagen macht die Polizei kommende Woche Jagd auf Raser. 

Kontrollen auf Landstraßen und vor Schulen

Ab heute: Blitzer-Alarm in Oberbayern

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Rosenheim/Ingolstadt – Die Polizei macht ab Montag eine Woche Jagd auf Raser. Mehr als 400 Beamte werden in Oberbayern Ortsstraßen und gefährliche Landstraßen kontrollieren. Auch Schüler sind im Einsatz.

Die Sommermonate, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), sind Rasermonate. Im Juni, Juli und August sterben die meisten Menschen bei Verkehrsunfällen. „Das schöne Wetter verleitet viele Auto- und Motorradfahrer zu schnellem Fahren“, vermutet Herrmann, der am Freitag an der B 505 im Landkreis Bamberg den Monat der Raser-Kontrollen ausrief.

614 Unfalltote gab es 2015 – erklärtes Ziel der Staatsregierung ist es, diese Zahl weiter zu reduzieren. Daher wurde jede Polizeidienststelle in Bayern verpflichtet, im Juli eine „Schwerpunktwoche Geschwindigkeit“ durchzuführen. Die beiden Polizeipräsidien Oberbayern Nord (Ingolstadt) und Süd (Rosenheim) starten kommenden Montag. „Wir schicken mehr als 200 Beamte raus“, sagt Andreas Guske vom Rosenheimer Präsidium. Jede der 35 Dienststellen und drei Verkehrspolizeiinspektionen muss mitmachen. „Ein Laser-Handmessgerät hat jede Polizeiinspektion“, sagt Guske. Also wird geblitzt, was das Gerät hergibt – und zwar vor allem auf den Landstraßen. Mit Sicherheit geblitzt werde nächste Woche zum Beispiel an der B 2 Weilheim-Starnberg (Höhe Pähl), an der B 472 Bad Tölz-Miesbach (Höhe Waakirchen) und an der B 15 Wasserburg-Rosenheim. Den Zeitpunkt der Kontrollen gibt die Polizei aber nicht bekannt.

Fast zwei Drittel der Verkehrstoten kam auf Landstraßen ums Leben, jeder dritte Tote war die Folge von Rasern. Noch eine Zahl, die nachdenklich macht: Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle stieg im Bereich Oberbayern-Nord von 628 (2014) auf 704 (2015). Auch dort rücken über 200 Beamte aus.

Herrmann stimmt zudem nachdenklich, dass die Gurtmoral zu wünschen übrig lässt. Fast jeder vierte tödlich verunglückte Autofahrer war nicht angeschnallt (67 Tote). Das werde nun verstärkt kontrolliert, sagte er. Auch Tempolimits vor Schulen werden offenbar nach wie vor oft missachtet. Daher hat das Rosenheimer Präsidium einige Schulen zum Mitmachen animiert. Schulklassen werden zusammen mit Polizisten Verkehrssündern auflauern. Wer zu schnell war, bekommt nicht nur eine Strafe durch die Polizei – sondern auch saure Zitronenscheiben. „Wir haben das kürzlich mit der Grundschule Grassau getestet – mit super Resonanz“, sagt Polizei-Sprecher Guske. „Die meisten Autofahrer haben tatsächlich reingebissen.“

Unterdessen ist am Freitag die Beratung über die vorzeitige Einziehung der alten Führerscheine (wir berichteten) vertagt worden. Es gebe weiteren Beratungsbedarf, hieß es. Unter anderem hatte der Deutsche Städte- und Gemeindebund Vorbehalte gegen den Plan vorgetragen.

Einen kleinen Schritt weiter ist die Initiative gegen lebensgefährliche illegale Autorennen. Eine Initiative aus Nordrhein-Westfalen, die Teilnehmern Haftstrafen androht, wurde am Freitag im Bundesrat zur Beratung in die Ausschüsse gegeben. Laut dem Vorschlag sollen illegale Autorennen künftig als Straftat gelten. Dies soll mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden können – und mit zehn Jahren, wenn jemand schwer verletzt oder getötet wird.

Das Bundesverkehrsministerium hatte sich bereits skeptisch zu den Plänen geäußert und vor allem Polizeikontrollen angemahnt. Bisher ist die Beteiligung an illegalen Rennen nur eine Ordnungswidrigkeit. 

dw/dpa

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