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Schlechte Aussichten für Eltern und Kinder in Bayern: Ab Montag ist ein unbefristeter Streik angesagt.

Arbeitskampf ohne Limit 

Ab Montag totaler Kita-Streik in Bayern

München - Tausende Eltern in Bayern müssen ab nächster Woche für die Betreuung ihrer Kinder Alternativen suchen. Die Gewerkschaften haben einen unbefristeten Streik an kommunalen Kitas beschlossen.

Am Montag beginnt in Bayern ein unbefristeter Streik in kommunalen Kitas. In Nürnberg, Fürth, Erlangen, München und Augsburg sind die Beschäftigten zu Arbeitsniederlegungen von mindestens 14 Tagen aufgerufen. Zudem sollen Behinderteneinrichtungen in den Städten, die Lebenshilfe in Nürnberg, aber auch Sozialarbeiter in den Sozialreferaten in die Aktionen einbezogen werden. „Wir haben aber Notdienstvereinbarungen und -absprachen mit den Trägern getroffen“, sagte am Mittwoch der stellvertretende Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Norbert Flach.

Nach dem Beamtenbund dbb hat auch Verdi in einer Urabstimmung den Streik beschlossen. Bayerns Familienministerin Emilia Müller (CSU) appellierte an die Tarifparteien, zu einer raschen Einigung zu kommen. Die Rahmenbedingungen für den Erzieherberuf müssten verbessert werden, betonte Müller in München: „Insbesondere bei der Bezahlung besteht Nachholbedarf.“ Ein höheres Gehalt könne den Erzieherberuf attraktiver machen.

Nach fünf Runden hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen für gescheitert erklärt. Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dbb fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Angaben der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beläuft sich die Gesamtforderung auf 1,2 Milliarden Euro.

Die Arbeitgeber kritisierten die angekündigten Kita-Streiks. Der Tarifkonflikt dürfe nicht auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen werden, erklärte die VKA. Die Arbeitgeber forderten die Fortsetzung der Verhandlungen.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, betonte, dass die Arbeitgeberseite es jetzt in der Hand habe, wie lange der Streik dauere. Sobald ein Angebot auf dem Tisch liege, das eine akzeptable Aufwertung bringe, könne der Streik beendet werden.

dpa

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