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Schloss Schleißheim ist mit einer Breite von 330 Metern ein imposanter Bau.

Bayern-Rätsel: Monumentaler Schlossbau an der B 471

Oberschleißheim – Wer das erste Mal nach Oberschleißheim (Kreis München) kommt dürfte überrascht sein, welch monumentaler Schlossbau sich völlig unerwartet an der Bundesstraße 471 präsentiert: Auf über 330 Meter Breite erstreckt sich das vom Graubündener Baumeister Enrico Zuccalli ab 1701 errichtete ‚Neue Schloss Schleißheim‘, samt angrenzender Kolonnaden.

Der Architekt verstand es vorzüglich das Repräsentationsbedürfnis seines Kurfürsten Max Emanuel mit großem Effekt zu inszenieren: Maximale Ansichtsfläche war gefragt, die Tiefe des Gebäudes beträgt dagegen nur etwa 30 Meter, ein Zehntel der Breite. Ähnlich großzügig geht es im Hofgarten weiter, der sich zwischen Neuem Schloss und Schloss Lustheim erstreckt.

Die Grundzüge für diese regelmäßige Gartenanlage im französischen Stil, so wie wir ihn aus Versailles kennen, stammen ebenfalls im Wesentlichen von Zuccalli. Es ist beinahe unnötig zu erwähnen, dass Max Emanuels Vorbild in Fragen des Lebensstils der ‚Sonnenkönig‘ Ludwig XIV. war. In der streng architektonisch gestalteten Gartenanlage werden im sogenannten Boskett labyrinthartige Räume mittels geschnittener Hecken nachgebildet. Die Pflanze dient als grüner Baustoff.

Direkt vor dem Schloss zieren ornamentale Muster und Rocaillen, wie man sie normalerweise aus Barockkirchen kennt, das sogenannte Parterre. Statt aus Stuck werden die Formen aus Liguster und Blumen gebildet, oder sie sind direkt in den Rasen geschnitten, im Kontrast zu den hellen Kiesflächen, die sie umfassen. Ein ausgeklügeltes Kanalsystem, das sowohl Wasser von der Würm als auch von der Isar heranführt, verbindet den Hofgarten Schleißheim mit Nymphenburg und der Residenz in München, und führte einst auch nach Dachau. Allerdings konnten nur Teile davon fertig gestellt werden. Innerhalb der Anlage dienten die Kanäle zur Speisung der verschiedenen Wasserspiele, die höfische Gesellschaft konnte sich die Zeit mit Fahrten in Venezianischen Gondeln vertreiben.

Der heutige Mittelkanal wurde erst um 1780 angelegt. Zuvor gab es dort eine sogenannte Maillebahn, wo man einem Spiel mit Holzschlägern und Elfenbeinkugeln nachging, das man wohl als Vorläufer des heutigen Golfspiels auffassen kann. Ein Ringkanal, um Schloss Lustheim geführt, suggeriert gar den Eindruck eines Wasserschlosses.

Flankiert wird Lustheim im Süden von der Renatuskapelle, und selbst die kurfürstlichen Reitpferde residierten einst in äußerst luxuriösen Unterkünften: Das nördliche Pendant zur Kapelle ist ein aufwändig freskierter Pferdestall, der seit der Restaurierung im Jahre 2005 wieder öffentlich zugänglich ist. Der Hofgarten Schleißheim ist ein frühes Beispiel für den denkmalgerechten Umgang mit historischen Gärten: Carl von Effner ließ von 1865 bis 1868 den bereits im Verfall begriffenen Hofgarten in großen Teilen nach historischem Vorbild wiederherstellen.

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Frage 2

a) Zu welcher Art von – in ihrer Grundstruktur weitgehend erhalten gebliebenen – Gartenanlagen gehört der Schlosspark?

b) Welcher Gartenarchitekt verwirklichte zu Beginn des 18. Jahrhunderts seinen neuen zeitgemäßen Gartenentwurf für Schleißheim?

Antwort 1

a) In welchem Jahr wurde das Wahrzeichen, der Chinesische Turm, errichtet? 1790

b) Welcher Nachfolger von Graf Rumford legte den Kleinhesseloher See an? Reinhard Freiherr von Werneck.

Und so wird es gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint jede Woche. Die Antworten müssen jeweils bis Freitag der darauf folgenden Woche (Datum des Poststempels) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat auch acht Gewinnchancen. Bitte schicken Sie die jeweiligen Antworten auf einer Postkarte an Münchner Merkur „Bayern-Rätsel“ 81029 München Ihre Karten können Sie auch im Service-Center im Kaufhaus Karstadt am Bahnhofplatz in München im Stachus-Untergeschoss abgeben.

Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel mit Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro)

Mitmachen kann jeder, ausgenommen Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlags, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums sowie der Schlösserverwaltung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Broschüre „Schlösserland Bayern“, die bei der Lösung der Rätselfragen helfen kann, können Sie kostenlos bestellen beim Finanzministerium, Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 220003, 80535 München. Erhältlich ist die Broschüre auch bei Karstadt/Bahnhofplatz im Service-Center (Stachus-Untergeschoss) in München.

Die Gewinner werden – wie in jedem Jahr – in unserer Pfingstausgabe (30./31. Mai/1. Juni) veröffentlicht. Wir wünschen Ihnen allen viel Spaß und viel Erfolg beim 28. Bayern-Rätsel.

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