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Der Staatsanwalt forderte 15 Jahre Haft für den Geständigen und Lebenslänglich für den mutmaßlichen Haupttäter

Mord im Bestattungsinstitut

Nürnberg - Zwei Bestatter sollen einen Erlanger Kollegen aus Habgier erschlagen und unter falschem Namen eingeäschert haben - doch ein Anwalt fordert Freispruch.

Angeklagt sind zwei 54-Jährige, von denen der eine die Tat gestanden hat, der andere sie hingegen vehement bestreitet. Aus Sicht des Staatsanwalts ist der Fall klar: “Wir haben hier die Aussage von jemandem, der sagt: “Ich habe zugeschlagen, ich habe getötet, ich bin ein Mörder“.“ Es gebe keinen einleuchtenden Grund, sich selbst unnötigerweise derart zu beschuldigen.

Sterbliche Überreste im Fluss verstreut

Für die Anklagebehörde steht damit fest: Die beiden Männer haben ihren Konkurrenten an Ostern 2007 mit einem Kantholz aus dem Sarglager erschlagen, dank falscher Papiere eingeäschert und die sterblichen Überreste in einem Fluss verstreut. Anlass für die Tat war demnach ein Streit um Geld zwischen dem mutmaßlichen Drahtzieher und dem Opfer, der dem Angeklagten 2005 sein Bestattungsinstitut verkauft hatte.

Die vereinbarten 72 000 Euro seien aber genauso wenig bezahlt worden wie eine in Aussicht gestellte Zusatzzahlung von einer halben Million Euro. Als der Verkäufer hartnäckig blieb und ein Gespräch vereinbarte, soll der Käufer den Mordplan geschmiedet und den von ihm psychisch wie finanziell abhängigen zweiten Angeklagten zum Handlanger gemacht haben. Dieser habe das Opfer dann auf ein Signal hin mit einem knapp ein Meter langen und acht mal acht Zentimeter dicken Kantholz erschlagen, so die Anklage.

Der Staatsanwalt forderte deshalb 15 Jahre Haft für den Geständigen und Lebenslänglich für den mutmaßlichen Haupttäter, der wegen der besonderen Schwere der Schuld nicht wie sonst üblich bereits nach 15 Jahren entlassen werden dürfe. Dessen Verteidigerin hingegen beharrt auf der Unschuld ihres Mandanten und forderte Freispruch. Der Anwalt des Geständigen drängt unter Berufung auf die Kronzeugenregelung auf weniger als 10 Jahre Gefängnis.

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