Aktueller Fall im Landkreis München

Pflege-Stiftung schlägt Alarm: „Nirgendwo ist es so einfach zu morden“

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert nach dem neuerlichen Mordverdacht gegen einen Pfleger eine amtsärztliche Leichenschau für alle verstorbenen Pflegebedürftigen.

Dortmund - „Nirgendwo ist es so einfach zu morden, wie in der Pflege“, sagte Vorstand Eugen Brysch am Mittwoch in Dortmund. Denn Sterben komme bei Pflegebedürftigen nicht unerwartet. Das gelte sowohl daheim als auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern.

„Es ist alarmierend, wenn ein Drittel aller Totenscheine schwerwiegende Fehler aufweist. Deshalb sind die Bundesländer aufgefordert, amtsärztliche Leichenschauen bei allen Pflegebedürftigen verbindlich vorzuschreiben“, sagte Brysch. Hier werde seit Jahren gemauert, weil die Justizminister das nicht zahlen wollten.

Der Schutz der Pflegebedürftigen brauche aber eine wirksame Abschreckung möglicher Täter. Auch Mordserien könnten so schneller gestoppt werden.

Im Landkreis München steht ein 36-jähriger Hilfspfleger im Verdacht, einen 87-jährigen Pflegebedürftigen in dessen Wohnung mit Insulin getötet zu haben. In vier weiteren Fällen wird geprüft, ob ihm versuchter Mord vorgeworfen werden kann.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg

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