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Wurde Mathias V. mit einer ­Kalaschnikow erschossen? Laut tz-Informationen soll es sich um solch eine großkalibrige Waffe handeln. Großes Bild: Ein Mädchen zündet vor dem Augsburger Polizeipräsidium eine Kerze an

Das Mord-Rätsel - Täter nahmen Tasche mit

Augsburg - Nach dem Polizistenmord von Augsburg sind 180 Hinweise bei der Soko "Spickel" eingegangen. Eine heiße Spur fehlt offenbar noch. Doch es gibt wichtige Hinweise - und vage Täterbeschreibungen.

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"Die einzigst annähernde Strafe wäre, sie zu foltern und sie an einem qualvollen Tod sterben zu lassen. Nicht mal das wäre genug, denn sie wissen nicht, was sie damit angericht haben.“ Sie – das sind die Täter. Und es sind Worte des Zorns, der Hilflosigkeit und der Trauer. Sie kommen von Valentin (13), dem Sohn des getöteten Polizeibeamten Mathias Vieth. In der Gruppe „Augsburg trauert“ auf Facebook schreibt sich der Schüler seine Wut von der Seele. Bis Sonntagabend trauerten dort 3700 Menschen mit ihm.

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Derweil sucht die Polizei weiter nach den Killern, die den 41 Jahre alten Polizeihauptmeister am Freitagfrüh gegen 2.50 Uhr mit acht Schüssen kaltblütig ermordet haben. 180 Hinweise aus der Bevölkerung sind bei der 40-köpfigen Soko „Spickel“ eingegangen. Eine heiße Spur war aber offenbar nicht darunter.

Immerhin haben die Ermittler die Tatwaffe gefunden. Sie wird nun auf DNA-Spuren untersucht. Um was für ein Modell es sich handelt, wollte die Polizei nicht sagen. Nach tz-Informationen wurde Munition der Marke Kalaschnikow vom Kaliber 7,62 oder 9 Millimeter verwendet. Auch dazu hält sich die Polizei bedeckt, ebenso zur Frage, ob mehrere Waffen im Spiel waren.

Auch das aufgefundene Motorrad ist ein wichtiger Hinweis. Die Killer hatten die Maschine nach einem Sturz liegengelassen. Die etwa 15 Jahre alte graue Honda CB 500 wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober im Stadtgebiet von Ingolstadt kurzgeschlossen und gestohlen. Besonders auffällig: Die Sturzbügel und der Aufkleber am hinteren Seitenteil des Motorrades, der eine kleine Deutschlandfahne darstellt, wurden nachträglich angebracht. Bei dem Kennzeichen A–L 307 handelt es sich übrigens um eine Dublette.

Im Besitz der Killer befindet sich eine Tasche, die sie nach den tödlichen Schüssen mitnahmen (Maße 78 x 37 x 37 cm oder 77 x 36 x 24 cm). Von den Tätern selbst gibt es nur äußerst vage Beschreibungen. Beide hatten Helme auf und dazu dunkle Tücher im Gesicht. Der Sozius trug eine Art Cargohose mit zwei aufgesetzten Taschen, eine dunkel glänzende, nicht gesteppte Jacke und schwarze Sneaker. Die Soko hält es für möglich, dass mindestens einer von beiden bei der Schießerei selbst verletzt wurde.

Völlig unklar ist nach wie vor das Motiv. Die Menschen in Augsburg spekulieren wild: War es ein Drogen-Geschäft? Handelt es sich um die Russen-Mafia? Oder spielt die Tat im Rocker-Milieu?

tz

Polizistenmord in Augsburg

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