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Für mehr Sicherheit sorgen an Bayerns Gerichten 70 neue Wachleute.

Nach Todesschüssen auf Anwalt: 70 neue Wachtmeister

München - Der Mord an einem Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht schockte ganz Deutschland. Damit keine Waffen mehr in Gerichte geschmuggelt werden können, hat Bayern 70 neue Wachtmeister eingestellt.

Nach den Todesschüssen auf einen Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht im Januar hat Bayern die Sicherheitsvorkehrungen in den Justizgebäuden weiter verbessert. Am Freitag traten 70 zusätzliche Wachtmeister ihren Dienst bei den Gerichten an. Anfang Januar war in Dachau ein 31 Jahre alter Staatsanwalt unmittelbar nach einem Urteilsspruch erschossen worden.

Als mutmaßlicher Täter ist der Angeklagte des damaligen Prozesses inzwischen zwar wegen Mordes angeklagt worden. Wie das Landgericht München II berichtete, wird der Prozess gegen den 54-Jährigen aber nicht vor Oktober beginnen. Wegen der bevorstehenden Ferienzeit und der geplanten Vernehmung von zahlreichen Zeugen sei ein früherer Termin nicht möglich, sagte Landgerichtspräsident Christian Schmidt-Sommerfeld der Nachrichtenagentur dpa.

Die neuen Wachtmeisterstellen sind Teil eines Programms des Justizministeriums zur Verbesserung der Sicherheit. Insgesamt werde es 140 neue Wachtmeister geben, teilte das Ministerium mit. Zum März 2013 sollen weitere 40 Wachtmeister eingestellt, ein Jahr später dann nochmals 30.

“Wir wollen erreichen, dass Gerichtssäle waffen- und angstfrei sind“, sagte Justizministerin Beate Merk (CSU). “Gerichte sollen Orte sein, an denen nur mit Worten und ohne Angst gestritten wird - und dabei soll es bleiben.“ Die neuen Mitarbeiter werden als sogenannte Justizhelfer zunächst eine Ausbildung durchlaufen. Sie sollen aber von Beginn an während der überwiegenden Zeit bereits in den Gerichten eingesetzt werden und so die bisherigen Wachtmeister entlasten. Nach dem Dachauer Verbrechen waren insbesondere auch die Zugangskontrollen zu den Justizgebäuden verschärft worden.

dpa

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