Sie traf ihren Killer beim Abspecken

Würzburg - Vier Tage nach dem Fund der verscharrten Leiche von Verkäuferin Silke G. (32) auf einem Acker bei Würzburg sind neue Details bekannt geworden.

Täter Thomas T. (44) lebte nur drei Häuser von seinem Opfer entfernt. Die Nachbarn fanden den Gärtner mit blauer Latzhose sonderbar, weil er oft mit der Schubkarre durch Heidingsfeld lief – so wie in der Tatnacht mit der Leiche der 32-Jährigen. Überführt wurde er schließlich durch sein Facebook-Profil!

Nach tz-Recherchen waren die alleinstehende Mutter und der kinderlose Mittelalter-Fan ein Paar. „Sie haben sich bei einem Diät-Treffen kennengelernt“, berichtet Nachbarin Brigitte S. Dort verlor Silke G. in den vergangenen Monaten 25 Kilo, sparte zugleich noch auf einen Führerschein. Ihr Freund, Thomas T., hatte kein Auto. Er half Silke aber, ihre Einkaufstüten in die Wohnung zu tragen. Immer wieder sahen ihn Anwohner der Lehmgrubensiedlung. Nur am Montagabend sah ihn niemand. Und in Silkes Wohnung mit den Bärchen am Fenster blieb es still.

Offenbar wartete Thomas T. am Montag an der Straßenbahn auf sein Opfer. Nahe eines Glascontainers fanden die Polizisten später ihren Ausweis und ein blutgetränktes Kissen. Silke G. starb durch „Gewalteinwirkung gegen Kopf- und Halsbereich“, sagte die Staatsanwaltschaft. Auf einem Acker am Heriedenweg vergrub der Täter die Leiche. Danach hob er mit der EC-Karte der Frau 600 Euro von ihrem Konto ab. Er selbst scheint immer knapp bei Kasse gewesen zu sein: Erst am Samstag erhielt er Post von einem Inkasso-Unternehmen. Liegt hier das Motiv für die schreckliche Tat?

Die Fahndung nach Thomas T. war nicht schwer: Nach tz-Informationen verglich die Kripo das Bild der Überwachungskamera in der Bank mit den Profilen der 39 Freunde, die auf Silke G.s Facebook-Seite gelistet sind. Dabei stieß sie auf Thomas T. Am Donnerstag wurde er verhört – da begannen Polizisten gerade, nach der Leiche zu graben. Als die Wohnung von T. polizeilich versiegelt wurde, war klar: Aus dem Vermisstenfall war ein Tötungsdelikt geworden.

Beim Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg legte T. ein Geständnis ab. Makaber: Er sagte, dass er nach der Tat längere Zeit mit dem Leichnam in der Schubkarre durch die Straßen geirrt sei, bis er den richtigen Platz für das „Grab“ gefunden habe. Als Gewalttäter war der massige Mann der Polizei bisher nicht bekannt. Nun drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

tz

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