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Mordfall Sonja Engelbrecht: Kieferknochen gefunden

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Kripo startet weitere Suchaktion im Mordfall Sonja Engelbrecht
Polizisten durchsuchen im Fall Sonja Engelbrecht in einem Wald Nähe Kipfenberg das Gelände. © Daniel Löb/dpa/Archivbild

Vor mehr als einem Vierteljahrhundert verschwand die damals 19 Jahre alte Sonja Engelbrecht spurlos in der Münchner Innenstadt. Rund 27 Jahre später gibt es nun zwar eine schreckliche Gewissheit - aber immer noch viele, viele Fragen.

München/Kipfenberg - Ihre Familie sah Sonja Engelbrecht zum letzten Mal am 10. April 1995. Die schwarze Hose, die sie an diesem Abend trug, hatte sie sich von ihrem Geburtstagsgeld gekauft, die neue Lederjacke hatte ihre Oma ihr geschenkt. Denn erst wenige Tage zuvor hatte die junge Frau ihren 19. Geburtstag gefeiert. Sie brach an jenem 10. April auf, um sich mit einem Freund zu treffen - und verschwand spurlos.

Was an jenem Abend geschah, ist auch heute - mehr als ein Vierteljahrhundert danach - ein großes Mysterium. Doch inzwischen gibt es eine traurige Gewissheit: Sonja Engelbrecht ist tot. Über die Todesursache gibt es nach Polizeiangaben zwar bislang keine Hinweise. Man vermutet aber, dass die junge Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.

Denn bereits im Sommer 2020 hatte ein Waldarbeiter in einem Waldstück bei Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt einen Oberschenkelknochen gefunden, dessen DNA der Vermissten dann im November 2021 zugeordnet wurde - und jetzt gibt es weitere Spuren.

Am Mittwoch teilte die Münchner Polizei, die nach wie vor in dem Fall ermittelt, mit, dass weitere menschliche Knochen gefunden wurden. „Es handelt sich auch um einen Kieferknochen mit Zähnen“, sagte eine Polizeisprecherin. Dass sie von einem Menschen stammen, davon sei auszugehen. Ob sie aber tatsächlich von der vor 27 Jahren verschwundenen Frau stammen, soll voraussichtlich erst am Donnerstag nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung feststehen. Die Knochen seien bereits abtransportiert und in die Rechtsmedizin gebracht worden.

Die Alpine Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hatte die Knochen am Dienstag an einem abschüssigen Bereich gefunden, die Polizeisprecherin sprach von einer Felsspalte. Der Fundort befinde sich etwa 300 Meter in den Wald hinein - und rund 200 Meter von der Stelle entfernt, an der vor rund zwei Jahren der Oberschenkelknochen gefunden wurde.

Wie viele Knochen am Dienstag insgesamt gefunden wurden und ob die Ermittler auch noch weitere Gegenstände entdeckten, sagte die Polizeisprecherin „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht. Die Suche gehe in dem Bereich nun „intensiv weiter“, teilte die Polizei mit.

Seit Montag sucht die Kriminalpolizei wieder mit einem großen Aufgebot nach Spuren. Nach Polizeiangaben sind etwa 100 Einsatzkräfte in dem Waldgebiet unterwegs, dessen Durchsuchung im vergangenen Jahr ausgesetzt wurde, als der Winter einsetzte.

Nach Erkenntnissen der Polizei hatte Engelbrechts Freund sie zuletzt nachts an der Münchner Straßenbahnhaltestelle Stiglmaierplatz lebend gesehen. Danach gab es Spekulationen, die junge Frau könne entführt und getötet oder an Menschenhändler verkauft worden sein. Eine Homepage, die sich mit dem Verschwinden der jungen Frau befasst, listet verschiedene Theorien auf, was in jener Nacht im April mit ihr passiert sein könnte. dpa

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