Mordversuch: Angeklagter gesteht

Würzburg - Der Kraftfahrer, der sich wegen Mordversuchs an seiner Ex-Freundin vor Gericht verantworten muss, hat gestanden. Im Gerichtssaal flossen bei Täter und Opfer die Tränen.

Mehr als sechs Jahre lebte ein Paar aus Unterfranken zusammen, bis der Mann ausrastete und sein Freundin kurz nach der Trennung niederstach. Zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Würzburg bedauerte der 38-Jährige den Messerangriff im vergangenen November, bei dem die Frau lebensbedrohlich verletzt worden war. Während eines normalen Gesprächs in Himmelstadt (Landkreis Main-Spessart) habe er die Kontrolle verloren und mit mehreren Messern auf die 47-Jährige eingestochen. “Ich hatte nie vor, sie umzubringen. Es tut mir ganz arg leid“, sagte der Kraftfahrer.

Der Mann muss sich wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt. Im Gerichtssaal flossen beim Angeklagten und dem Opfer Tränen. “Du hast immer gesagt, Du liebst mich. Dann macht man so etwas nicht“, sagte die Reinigungskraft zu ihrem Ex-Freund. Der Vorsitzende Richter entgegnete: “Sie kennen sicher einen großen Teil seiner Persönlichkeit, aber einen Teil kennen Sie nicht.“

Der Angeklagte hat nach Aussagen des Opfers psychische Probleme, kommt mit dem Leben nicht zurecht. Weil der 38-Jährige keine Therapie machen wollte, hatte sich das Paar wenige Tag vor der Bluttat getrennt. Beide hatten in dem gemieteten Einfamilienhaus gelebt, in dem die Tat stattfand. Am Tattag sagte die zweifache Mutter zu dem Kraftfahrer, sie wolle versuchen, die Miete für das Haus alleine aufzubringen. Offensichtlich war das zu viel für den Mann. “Und dann ist genau das passiert, wovor ich Angst hatte. Ich habe total die Kontrolle verloren“, sagte der Angeklagte. Er schnappte sich damals ein Messer und stach zu. Der 38-Jährige ist wegen eines ähnlichen Vergehens vorbestraft. Im Jahr 2000 hatte er seine Ex-Frau massiv mit einem Hammer attackiert und war dafür zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

dpa 

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