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Bluttat in Niederbayern

„I hab aber an Wodka gekauft" - Im Mordprozess durchforstet das Gericht Kassenbons

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Es geht um einen grausamen Mord, doch am Freitag beschäftigt das Landgericht in Passau vor allem, ob der Angeklagte wirklich einen Wodka gekauft hat. 

Passau/Freyung - War er zum Tatzeitpunkt betrunken oder nicht? In Passau wird eine Bluttat verhandelt, die sich im Oktober 2016 im niederbayerischen Freyung abspielte. Der 23-Jähriger ist wegen Mordes an seiner Ex-Freundin Lisa H. (20) angeklagt. Am Freitagvormittag ging es vor Gericht um einen Supermarkt-Einkauf, wie die PNP berichtet. 

Nachdem Dominik R. lange schwieg, ließ er am Montag ein Geständnis von seinem Verteidiger vor dem Landesgericht verlesen. Es habe mal wieder einen heftigen Streit gegeben. Angeblich habe die junge Frau ihn und seine Familie beleidigt und ihm den Kontakt mit dem gemeinsamen zweijährigen Sohn verboten. "Bring mich doch um, ich habe nichts zu verlieren", habe er daraufhin betrunken geschrieen. Der Streit sei weiter eskaliert. Nach seiner Aussage habe zuerst die junge Frau nach dem Messer gegriffen und ihn bedroht. Irgendwie sei das Messer dann in seine Hände gekommen, wie genau weiß er nicht mehr - dann habe er zugestochen. 

Danach sei „nur noch Nebel“ gewesen. Er habe sich übergeben und schließlich die Spuren beseitigt. Nach der Tat steckte er die Leiche in Müllsacke. Erst nach rund zwei Wochen wurde die Tote von ihrer eigenen Mutter in der Wohnung gefunden. Dominik R. war zwischenzeitlich mit dem Kleinkind nach Spanien geflüchtet.

Gericht kontrolliert die Verkaufslisten des Supermarktes

Am Freitagmorgen ging es nun darum, ob der Angeklagte wirklich betrunken war. Angeblich soll er eine Flasche „Wodka Gorbatschow“ getrunken haben. Die Polizei hatte zunächst in dem Supermarkt keinen Beleg über eine verkaufte Flasche Wodka gefunden. Laut PNP wehrte sich der Angeklagte am Vormittag dagegen: "I war da drin, i hab an Wodka gekauft!“ Er weiß aber nicht mehr, ob es die Marke „Gorbatschow“ gewesen sei. Dazu habe er noch einige Dosen Red Bull gekauft. Tatsächlich fand das Gericht doch noch einen solchen Einkauf auf der Liste. 

Wie der BR berichtet, werden für Freitag die Plädoyers der beiden Verteidiger, der Staatsanwaltschaft und der drei Anwälte der Nebenklage erwartet. Mit seinem Urteil sei schon am 20. November zu rechnen. Ursprünglich wurde vom 26. November ausgegangen. 

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