22 Messerstiche aus gekränkter Eitelkeit

Nürnberg - Wegen Mordes an seiner Ex-Frau mit insgesamt 22 Messerstichen muss sich seit Mittwoch ein 57 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebten die beiden seit längerem voneinander getrennt. Am Tag vor der Bluttat teilte die 17 Jahre jüngere Frau dem Angeklagten mit, dass sie sich vor kurzem einem anderen Mann zugewandt habe. Am 26. Mai 2009 fuhr die Mutter von fünf Kindern zusammen mit ihrem Fahrlehrer zur Wohnung ihres Ex- Mannes nach Emskirchen (Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim). Dort stach der Russlanddeutsche der Anklage zufolge mit einem Klappmesser unvermittelt auf die Frau ein.

Obwohl sie ein Stich direkt ins Herz traf, versuchte sie noch zu fliehen. Daraufhin versetzte ihr der 57-Jährige zwei weitere Stiche in den Oberschenkel. Um sicher zu gehen, dass die Frau den Angriff nicht überleben wird, rammte ihr der Angeklagte das Messer noch zweimal in den Hals, schilderte die Staatsanwaltschaft die Tat. Insgesamt erlitt die Frau 22 Schnitt- und Stichverletzungen.

Zum Auftakt des Prozesses legte der 57-Jährige ein Geständnis ab. Über seinen Anwalt ließ er erklären, dass er die Tat nicht geplant habe. Er habe sich zu den Stichen hinreißen lassen, nachdem ihm seine Ex-Frau erklärt habe, dass sie seit Jahren nichts mehr für ihn empfunden habe. Die beiden waren 1993 nach Deutschland gekommen. Der Angeklagte ist seit fünf Jahren arbeitslos. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil ist für den 5. Mai geplant.

dpa

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