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Ein Foto vom Unfallort

Im Morgengrauen zu Tode geschleift

Altötting - Er fuhr betrunken einen jungen Mann tot, flüchtete und wusch danach sein Auto: Ab Montag muss sich Gerüstbauer Christoph M. in Altötting vor Gericht verantworten.

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Die Nacht verabschiedete sich langsam an diesem Julimorgen im Jahr 2009. Auf der oft als Schleichweg benutzten Gemeindestraße in Höhe Unghausen (Kreis Altötting) wankt ein junger Mann. Robert M. (24) ist betrunken. Ihn übermannt nun auch noch die Müdigkeit. Er legt sich hin, mitten auf die Fahrbahn – und wird von einem Raser zu Tode geschleift. Dieses Drama nach einer Rockfete im Mehringer Schützenzelt beschäftigt ab Montag die Justiz: Verantworten muss sich in Altötting der Gerüstbauer Christoph M. (28), der den auf der Straße liegenden Burghauser mit seinem Mazda überrollte, obwohl der Wagen mit einer Vollbremsung noch rechtzeitig hätte angehalten werden können. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung, Alkohol am Steuer und Fahrerflucht. Die Tragödie beginnt Stunden zuvor. Das spätere Opfer Robert M. zecht bis in die Früh, dann will er zu Fuß nach Hause. Sechs Kilometer von Mehring nach Burghausen. In Unghausen, kurz bevor er sein Ziel erreicht hat, braucht er eine Pause. Schließlich hatte Robert M. bei der Rocknacht heftig zugelangt; 1,71 Promille ergab ein medizinisches Gutachten.

Bilder vom Unfallort

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Ein Buswartehäuschen, in dem er seinen Rausch ungefährdet hätte ausschlafen können, lässt der Burghauser rechts liegen. Wenig später legt er sich auf die Straße, mitten auf die 4,70 breite Fahrbahn. Trotzdem hätte es nicht zwangsweise zu einem Unfall kommen müssen: Einem Gutachten zufolge war der am Boden liegende Mann in der klaren Nacht aus einer Entfernung von 40 Metern erkennbar. Das Gutachten kommt auch zu dem Schluss, dass ein nüchterner Fahrer bei Einhaltung des an der Unfallstelle bestehenden Tempolimits von 60 Stundenkilometern mit einer Vollbremsung rechtzeitig hätte anhalten können. Unfallfahrer Christoph M. war aber nicht nüchtern: Er hatte bei der Rocknacht Bier, Cocktails und Schnaps getrunken und dürfte mit mindestens 1,56, möglicherweise sogar mit 2,16 Promille am Steuer gesessen haben. Deshalb reagiert er kaum.

Sein aufgemotzter gelber Mazda überrollt Robert M., der junge Mann wird 15 Meter mitgeschleift. Dabei erleidet er Schädelbrüche sowie massivste innere Verletzungen, denen er am Unfallort erliegt. Christoph M. kümmert sich nicht darum, er vermindert zwar kurz das Tempo, fährt aber trotzdem weiter. Erst mal heim ins Bett! Als er wieder wach wird, fährt er gleich mit seinem Auto in eine Waschbox.

Acht Stunden nach dem Unfall entdeckten Polizisten den Wagen. Experten hatten Autoteile an der Unfallstelle analysiert und damit schnell das seltene Mazda-Modell identifiziert. Christoph M. stritt zunächst alles ab, rechtfertigte die Schäden an seinem Boliden mit einem umgefahrenen Pfosten. Erst, als er mit Videoaufnahmen aus einer Tankstelle konfrontiert wurde, die zeigten, wie er mit einem Dampfstrahler Blut- und Gewebereste vom Unterboden entfernte, gab er zu, „etwas überfahren zu haben“. Zuerst sprach er von einem Reh, später räumte er ein, dass es auch ein Mensch gewesen sein könnte. Er wurde festgenommen, seinem Verteidiger Erhard Frank gelang es aber, ihn einen Tag später aus der U-Haft zu holen. Im droht nun wieder Gefängnis.

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