Mountainbikerin nach über 12 Stunden aus Klamm gerettet

Oberaudorf - Die Einsatzkräfte mussten mit dem schlimmsten rechnen: Eine Mountainbikerin wurde bereits seit über zwölf Stunden vermisst. Erst gegen 4.45 Uhr entdeckte eine Hubschrauberbesatzung die Frau in einer Klamm. 

Die 46-Jährige war am Samstag gegen 10 Uhr zu einer Tour mit ihrem Mountainbike in das Brünnsteingebiet (Landkreis Rosenheim) aufgebrochen. Als sie am Abend immer noch nicht nach zu Hause zurückgekehrt war, verständigte ihr besorgter Ehemann gegen 21.30 Uhr die Polizei. Als schwierig erwies sich der Umstand, dass der Routenverlauf der Tour nicht bekannt war.

So wurden Polizeistreifen mehrerer Dienststellen eingesetzt, um den Standort des Pkw der Vermissten ausfindig zu machen. Gegen 23.00 Uhr entdeckte eine Streife den Wagen am Parkplatz Luegsteinsee. Bergwachtkräfte und Beamte der alpinen Einsatzgruppe begaben sich in das Suchgebiet, fuhren Forststraßen ab und begingen Wege.

Zur Unterstützung begab sich auch der Polizeihubschrauber Edelweiß in das Suchgebiet. Die zeitgleich durchgeführte Absuche von Berghäusern und telefonische Nachfragen bei Gaststätten und Hütten führten zunächst zu keinen Ergebnissen. Zwei Bergwachtangehörige konnten sich jedoch erinnern, eine der Vermissten ähnliche Person zwischen 14 und 14.30 Uhr an der Abzweigung Richtung Oberaudorfer Hütten gesehen zu haben. Mit Hochdruck arbeitete sich eine Vielzahl von Rettern der Oberaudorfer Bergwacht in das Gebiet vor.

Erst gegen 4.45 Uhr gelang es der Besatzung des Polizeihubschraubers die Frau zu sichten. Sie befand sich in dem unwegsamen Gelände im Bachbett der Giessenbachklamm und konnte den Piloten zuwinken. Wie sie später mitteilte, war sie am Nachmittag vom Weg abgekommen und hatte versucht, sich zu Fuß aus der Klamm zu befreien. Dabei war sie etwa vier Meter tief abgerutscht.

Auf Grund des unwegsamen Geländes und einsetzender Dämmerung hatte sie dann weitere Versuche die Klamm zu überwinden sicherheitshalber eingestellt. Da die Bergung der Moutainbikerin per Hubschrauberwinde nicht durchgeführt werden konnte, mussten sich die Kräfte der Bergwacht mit Fahrzeugen in die Nähe und dann zu Fuß zur Verletzten vorarbeiten. Nur mit Hautabschürfungen, Prellungen und einer möglichen Knieverletzung konnte sie gegen 7 Uhr geborgen werden. Ihrer guten Ausrüstung ist es zu verdanken gewesen, dass ihr auch die sehr niedrigen Temperaturen in der Nacht kaum etwas anhaben konnten - sie war lediglich leicht unterkühlt.

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