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Abermilliarden Stechmücken-Larven drohen den Badespaß am Chiemsee zum Alptraum werden zu lassen.

Mücken-Horror: Hubschrauber verteilen Bekämpfungsmittel

Prien am Chiemsee - Abermilliarden Stechmücken-Larven drohen den Badespaß am Chiemsee zum Alptraum werden zu lassen. Heute schickt der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee einen Helikopter mit Bekämpfungsmittel in die Luft.

Erst das Hochwasser, dann zwei Tage mit schwülwarmen Temperaturen - und schon tummeln sich Abermilliarden von Stechmücken-Larven rund um den Chiemsee. Was für den Blutsauger-Nachwuchs ein Paradies, ist für die Menschen in der Region ein Alptraum. Schon im vergangenen Jahr verdarben ihnen die Biester den Sommer. Heuer soll es dazu aber nicht kommen. Denn heute schickt der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee in Übersee und Rimsting einen Helikopter mit insgesamt rund 20 Tonnen BTI - einem bei Naturschützern nicht ganz unumstrittenen - biologischem Bekämpfungsmittel in die Luft. Um 15 Uhr startet der Hubschrauber in Übersee am Sportplatz, um 18 Uhr ist dann Rimsting dran. Läuft alles nach Plan, dann sind nach dem Einsatz 95 bis 98 Prozent der Larven getötet. Kosten des Mückenbombers: 90 000 bis 100 000 Euro.

Das Wasser ist schon schwarz vor Larven

Ursprünglich wollte man sich am Chiemsee mit dem Einsatz noch ein, zwei Tage Zeit lassen, doch nach den warmen Tagen herrscht Alarmstufe eins: An manchen Stellen im See ist das Wasser schon ganz schwarz vor Larven. Für die Genehmigung des Einsatzes müssen 80 Larven in einer ein Liter-Wasserprobe gezählt werden. Gestern waren es bei jeder Probe mindestens 100 und manchmal sogar über 500. „Das sind Zahlen, wie wir sie auch im Vorjahr hatten“, so ein Biologe zur tz. Und an den Sommer 2009 denken viele Chiemsee-Anwohner (und Touristen) nur mit Schrecken zurück. Spaziergänger und Jogger kehrten von ihren Ausflügen oft völlig zerstochen heim. Schon die Zimmer zu lüften war vielen Menschen zu riskant. Besonders dramatisch war die Situation in Grabenstätt: Da das Gemeindegebiet an das Naturschutzgebiet am Delta der Tiroler Ache grenzt, ist der Einsatz von BTI dort eigentlich verboten. Das führte dazu, dass sich im vergangenen Sommer kaum jemand ohne Mückenschutzmittel vor die Tür traute. Ganz besonders litten die Grundschüler. „Selbst wenn es heiß ist, wir können kein Fenster öffnen“, klagte damals Rektor Albert Reißl. In ihrer Not wandten sich seine 130 Schützlinge sogar an Umweltminister Markus Söder. Daraufhin durfte BTI verwendet werden.

Wolfgang Deponte

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