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Patsch! Und wieder ist eine Mücke tot. Doch im Strandlokal von Miriam Pavic in Eching am Ammersee schwirren derzeit so viele Blutsauger, dass der Wirtin und ihren Gästen der Spaß am Sommer vergeht.

Es juckt und beißt und kratzt

Mückenplage am Ammersee: Diese Wirtin kennt alle Mittel - und nichts hilft

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Die gute Sommerlaune hat schnell ein Ende, wenn man sich trotz warmer Temperaturen nicht vor die Tür wagen kann. Denn auch die Mücken genießen das schöne Wetter am liebsten im Freien. Zum Beispiel am Ammersee. Dort ist die Lage in diesem Jahr geradezu dramatisch.

Eching – Momentan schwirrt nichts. Doch über dem Ammersee sieht Miriam Pavic die ersten Wolken heraufziehen, und ihr graut. Denn wenn die Luft schwül und drückend wird, kommen die Mücken zurück. Die Wirtin vom „Strandhaus“ in Eching am Ammersee, 38 Jahre alt, ist Veteranin im Kampf gegen die blutsaugenden Plagegeister. Aber zurzeit verliert sie eine Schlacht nach der anderen. Mehrmals musste sie ihr Strandlokal in den vergangenen Tagen schon am frühen Abend schließen, weil es selbst drinnen wegen der Mückenschwärme nicht mehr auszuhalten war. Und auch an diesem Tag sieht es danach aus, dass es kein langer Garten-Abend wird. „Es ist der Horror“, sagt Pavic nur.

Salbe, Kaffee, Fledermäuse: Gegen die Mücken nutzt das alles nichts

Dabei hat sie alles probiert, um die Mücken zu vertreiben: Räucherspiralen aus Thailand, Duftlampen der US-Armee. Salbei und Kaffee hat sie verbrannt, Flaschenfallen, Tischventilatoren und sogar Fledermauskästen hat sie aufgestellt. Es half alles nichts. „Das juckt die Viecher gar nicht“, sagt die Wirtin resignierend. Doch ihre Gäste juckt’s gewaltig. Viele flüchten schon, bevor sie überhaupt die Speisekarte angesehen haben. Und spätestens sobald die Dämmerung einsetzt, suchen selbst die Hartgesottensten kratzend und um sich schlagend das Weite. Und Miriam Pavic kann mit zerstochenen Armen und Beinen den Laden zusperren.

Stechmücken vermehren sich derzeit rasant.

Gerade jetzt zu Beginn der Pfingstferien legen die Mücken los. Für Pavic, die so viel in das Lokal investiert hat, ist das eine Katastrophe. „Wenn es jedes Jahr so wäre, würde ich hier aufhören“, sagt sie. Die letzten Nächte hatte sie Albträume – von Mückenschwärmen. Die finden im nahen Naturschutzgebiet Ampermoos derzeit perfekte Brutbedingungen vor: Es ist bewaldet und besteht aus unzähligen Pfützen und kleinen Stehgewässern. Die Mücken lieben das. Und die badenden Kinder am Ufer vor dem „Strandhaus“ sind so zerstochen, dass sie aussehen wie Streuselkuchen.

Sechs verschiedene Mückenmittel und 25 elektrische Fliegenklatschen

Doch Pavic gibt den Kampf nicht auf. Sechs verschiedene Mückenmittel hat sie für ihre Gäste aufgelegt, die sich damit gratis einschmieren können. Und sie hat 25 elektrische Mückenklatschen bestellt, die den Plagegeistern mit Stromschlägen den Garaus machen. Die Insektenkiller, die aussehen wie Tennisschläger, legt sie an den Tischen aus, damit die Gäste wenigstens ein bisschen Spaß in der Not haben. Drei sind bereits durchgebrannt. Wegen Überbelastung. Der Ideenreichtum ist damit nicht zu Ende: Die Wirtin überlegt, große Ventilatoren anzuschaffen soll, die zerstäubtes Wasser durch den Garten pusten. Doch bei der ganzen Mückenabwehr ist die Gefahr groß, die Gäste am Ende gleich mit zu vergraulen.

Bakterien könnten die Rettung bedeuten

Darum hofft Pavic auf eine andere Lösung, eine biologische. Denn chemisches Gift versprühen will sie – bei aller Verzweiflung – nicht. Stattdessen soll ein Bodenbakterium mit dem Namen Bacillus thuringiensis israelensis, kurz Bti, Abhilfe schaffen. Großflächig ausgebracht, kann es Mückenpopulationen eindämmen. Die Bakterien bilden ein Gift, das die Larven abtötet. Das funktioniert seit vielen Jahren in afrikanischen Malariagebieten und auch am Chiemsee. Im benachbarten Schondorf hat sich dafür eine Unterschriftenaktion formiert. Auch Miriam Pavic hat die Listen ausgelegt. Ausrotten will sie die Mücken trotz aller Feindschaft zwar nicht, sagt sie. „Aber wenigstens auf ein halbwegs erträgliches Maß reduzieren.“

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