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Am Chiemsee tummeln sich 50 Milliarden Mückenlarven.

Mückenplage kostet 160.000 Euro

Prien am Chiemsee - Seit heute kämpft man am Chiemsee mit einem Hubschrauber und Schädlingsbekämpfungsmittel gegen 50 Milliarden Stechmückenlarven. Die Aktion ist bei Umweltschützern umstritten und kostet 160.000 Euro.

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Nach dem Hochwasser an Fronleichnam waren viele Uferbereiche des Bayerischen Meeres überschwemmt. Das nachfolgende Sommerwetter bescherte den Mückenlarven perfekte Bedingungen. Nur etwa fünf Tage brauchen sie, bis sie sich voll entwickelt haben. Seit Samstag hatten Biologen hunderte Proben am Chiemsee entnommen und stellenweise über 500 Larven pro Liter gefunden. Anhand der ermittelten Populationen und der Größe der überschwemmten Gebiete rechneten sie die Zahl der Larven auf 50 Milliarden hoch. Die Zeit drängte, um eine ähnliche Plage wie zuletzt 2009 zu verhindern.

Damals wurden vor allem Einheimische und Gäste in Übersee und Grabenstätt Opfer der Mücken, weil in ihren Bereichen am Rande des Naturschutzgebiets am Mündungsdelta der Tiroler Ache per Bescheid der Regierung das Schädlingsbekämpfungsmittel BTI nicht eingesetzt werden darf. Mit dem „Bacillus thurigiensis israelensis“ (BTI) werden die Stechmücken seit 1997 am Chiemsee bekämpft, am Rhein sogar schon seit vielen Jahrzehnten. Erlaubt ist dies bisher am Bayerischen Meer nur einmal im Jahr und auch nicht überall dort, wo großflächige Brutstätten der Mücken sind.

Mückenplage kostet 160.000 Euro

Der Abwasser- und Umweltverband (AZV) Chiemsee, der die Einsätze koordiniert, hat zwar nach der Plage des Vorjahres einen erweiterten Antrag gestellt, für den eigens ein teures Gutachten erstellt werden musste. Weil in München aber noch nicht darüber entschieden wurde, versuchten die Gemeinden Grabenstätt und Übersee mit Unterstützung des Landratsamtes Traunstein und des Gesundheitsamtes gestern Früh per Eilantrag, eine kurzfristige Erlaubnis zum BTI-Einsatz zu bekommen. Die Wende brachte ein Krisengespräch im Umweltministerium am Montagabend. „Wir tun unser Möglichstes, um die Plage einzudämmen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Dienstag. Derzeit sei nur der Chiemsee betroffen, an den anderen Seen in Oberbayern gebe es keine Anzeichen auf eine Mückenplage.

Während in der Landeshauptstadt noch über den Antrag diskutiert wurde, waren die Experten vom Rhein bereits mit zehn Tonnen BTI in einem Kühllaster unterwegs in Richtung Chiemsee. Um 12.06 Uhr gestern Mittag hob der Hubschrauber erstmals in Richtung Chieming ab.

Die Regierung hatte den BTI-Einsatz sogar auf mehr Flächen erlaubt, als erhofft. Nur die Kernzone des Naturschutzgebiets und ein kleines Quellmoor mussten ausgespart werden. Die gesamte Aktion wird knapp 160 000 Euro kosten. Gestern hob der Helikopter bis in den Abend rund 20 Mal ab, heute Vormittag sollen die restlichen Flächen beflogen werden.

Dirk Breitfuß

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