Mühldorf am Inn, Drohnenaufnahme
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Mühldorf am Inn

Touristenort und Handelszentrum

Mühldorf am Inn

Mühldorf am Inn liegt in der Mitte zwischen den Metropolen München, Passau und Salzburg. Diese günstige Lage ist auch der größte Wirtschaftsmotor der Stadt.

  • Mühldorf am Inn ist ein wichtiger Handels- und Verkehrsknotenpunkt in Südostbayern.
  • Die beschauliche Altstadt im Inn-Salzach-Baustil zieht Touristen aus aller Welt an.
  • Die Stadt war während des Nationalsozialismus Standort eines Konzentrationslager und hat heute eine KZ-Gedenkstätte.

Mühldorf am Inn – Die südostbayerische Stadt liegt an einer Inn-Schleife, etwa auf halbem Weg zwischen München (Luftlinie ca. 73 Kilometer Entfernung) und Passau (ca. 78 Kilometer Entfernung). Mühldorf am Inn hat fast 21.000 Einwohner, eine Fläche von 29,42 Quadratkilometern und ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Das Wappen der Stadt ist in Mühldorf allgegenwärtig. Es stammt aus dem späten 13. Jahrhundert und zeigt ein rotes Mühlrad mit acht Schaufeln auf silbernem oder weißem Grund.

Mühldorf am Inn: Die Geschichte der Stadt

Urkundlich gesichert wurde Mühldorf am Inn erstmals im Jahr 935 erwähnt. Die Ortschaft lag schon zu dieser Zeit im Herzogtum Bayern, war jedoch eine Exklave der Erzdiözese Salzburg. Im Jahr 1190 verlieh König Heinrich VI. dem Erzbischof Adalbert III. von Salzburg das Recht, in Mühldorf am Inn eine Salzniederlage zu errichten. Damit machte er den Ort zu einem noch wichtigeren Umschlagplatz für Waren, als er durch seine günstige Lage an einer wichtigen Handelsstraße nach Regensburg ohnehin schon war. Mühldorf am Inn prosperierte – und wurde in 1239 das erste Mal nachweislich als Stadt bezeichnet.

Dass diese wichtige Stadt in Bayern unter der Herrschaft von Salzburg stand, gefiel den Bayern überhaupt nicht – sie griffen Mühldorf am Inn wiederholt an. Auch andere Mächte – beispielsweise die Böhmen und Schweden – besetzten und plünderten die Stadt. Weit schlimmer trafen Mühldorf am Inn jedoch Brandkatastrophen und die Pest, die zahlreiche Todesopfer forderten.

Die Stadt erholte sich jedoch und auch die Kämpfe mit den bayerischen Truppen hatten ein Ende – als Mühldorf am Inn 1802 endgültig Bayern zugesprochen wird.

Mühldorf am Inn zur Zeit des Nationalsozialismus

Während des Dritten Reichs waren mehr als 90 Prozent der Mühldorfer Bürger Mitglied in einer nationalsozialistischen Organisation. Im Jahr 1944 wurde in dem Waldgebiet Mühldorfer Hart im Kreis Mühldorf am Inn mit dem Bau eines gewaltigen Rüstungsbunkers begonnen. In dem Bunker mit dem Tarnnamen „Weingut I“ sollten Jagd- und Bomber-Flugzeuge für den Krieg produziert werden. Die schwere Zwangsarbeit verrichteten dabei Gefangene – etwa die Hälfte von ihnen Häftlinge aus dem KZ-Außenkommando Mühldorf, einem Außenkommando des Konzentrationslagers Dachau. Zwischen 3.000 und 4.000 Gefangene fanden dabei ihren Tod und wurden in KZ-Friedhöfen um Mühldorf am Inn begraben. Zur Erinnerung an sie wurde im April 2018 die KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart eröffnet.

Im Bild der Stadt hinterließ der Krieg ebenfalls seine Spuren. Durch zwei große Fliegerangriffe wurden etwa 40 Prozent des Wohnraums des damaligen Mühldorf zerstört. Auch zahlreiche Kinder kamen im Bombenhagel – der vor allem dem Gleisnetz der Stadt gelten sollte – ums Leben.

Mühldorf am Inn: Wirtschaft

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage an der Autobahn A94 zwischen München, Passau und Salzburg hat Mühldorf am Inn eine große Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt. Rund ein Prozent des gesamten Güteraufkommens Deutschlands wird am Cargo-Bahnhof der Stadt umgeschlagen. Zusätzlich verfügt Mühldorf am Inn über einen Wirtschaftsflugplatz, auf dessen Landebahn Flugzeuge bis zu einem Gewicht von 5,7 Tonnen starten und landen können. Begünstigend kommt hinzu, dass Mühldorf am Inn im „Bayerischen Chemie-Dreieck“ liegt: In dieser Region vor den Toren der Stadt sind etwa 50 international agierende Unternehmen der chemischen Industrie tätig, die mit ihren Dienstleistern mehr als 50.000 Mitarbeiter beschäftigen und eine entsprechende Logistik und Infrastruktur benötigen.

Mühldorf am Inn: Ansässige Unternehmen

Die Stadt Mühldorf am Inn selbst verfügt über ein breites Unternehmensangebot aus unterschiedlichen Branchen. Ein Schwerpunkt ist dabei der Bau von Apparaten, Maschinen und Anlagen. Tätig sind hier Unternehmen wie:

  • ODU GmbH & Co. KG
  • Fliegl Agrartechnik GmbH
  • Flex Con Germany GmbH
  • Belimed GmbH
  • Burkhard GmbH
  • Firma Josef Kluger Sondermaschinen
  • New eco-tec Verfahrenstechnik GmbH

Ebenfalls eine hohe Bedeutung für die Wirtschaft hat die Naturkostherstellung, beispielsweise dieser Unternehmen:

  • PrimaVera Naturkorn GmbH
  • Barnhouse Naturprodukte GmbH
  • Byodo Naturkost GmbH
  • Ceralia GmbH

Mit dem InnKlinikum – Standort Mühldorf am Inn hat die Stadt zudem ein eigenes, modernes Akutkrankenhaus mit der Versorgungsstufe I und 275 Betten. Das InnKlinikum ist eine Dachmarke und der Zusammenschluss aus mehreren Kreiskliniken, neben Mühldorf am Inn auch die von Altötting, Haag und Burghausen.

Mühldorf am Inn: Einwohner

Die Bevölkerung der Stadt Mühldorf am Inn steigt seit Jahren tendenziell leicht an und lag 2019 bei 20.779 Einwohnern. Rund 68 Prozent der Mühldorfer sind katholisch, 12 Prozent gehören dem evangelischen Glauben an.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf am Inn betrug im Jahr 2019 3 Prozent. Die meisten Arbeitnehmer sind im Bereich des Handels, des verarbeitenden Gewerbes und des Gesundheits- und Sozialwesens tätig. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Landkreis Mühlheim am Inn liegt bei 43,5 Jahren (2017) und damit unter dem Bundesdurchschnitt im gleichen Zeitraum von mehr als 44 Jahren. Der Ausländeranteil liegt bei 11,5 Prozent.

Mühldorf am Inn: Sehenswürdigkeiten

Die Innenstadt von Mühldorf am Inn ist durch den sogenannten Inn-Salzach-Baustil geprägt. Bei dieser Bauweise werden die Fronten der Häuser über das eigentliche Dach hinaus gezogen und verdecken dieses dabei. Hierdurch sollten die hohen Brandwände kaschiert werden, die zwischen den Häusern hochgezogen wurden. Eine Baumaßnahme, die eine Folge der verheerenden Feuersbrünste ist, die die Stadt im Mittelalter heimgesucht hatten.

Das Zentrum der Stadt ist der Stadtplatz, der früher von der alten Stadtmauer umgeben war. Von ihr sind heute nur noch die beiden Stadttore erhalten: das Altöttinger Tor und der Nagelschmiedturm („Münchener Tor“). Hier im Zentrum können Touristen auch das Rathaus und das sogenannte Hexenkammerl besichtigen. Dort fand im Jahre 1749/50 der letzte Mühldorfer Hexenprozess statt, bei dem die erst 16-jährige Maria Pauer ihr Leben verlor.

Sehenswert sind auch die zahlreichen Kirchen der Stadt aus verschiedenen Stil-Epochen:

  • Stadtpfarrkirche St. Nikolaus
  • Kapelle St. Johannes
  • Frauenkirche
  • St. Katharina
  • Maria-Eich-Kapelle
  • Kirche St. Laurentius

Besucher können auch im Geschichtszentrum und Museum Mühldorf der tausendjährigen Historie der Stadt nachspüren. Wer eine Pause von Kultur und Sightseeing machen will, findet in Mühldorf am Inn gute Voraussetzungen für einen ausgedehnten Shopping-Bummel: Allein 200 Fachgeschäfte, Straßencafés und Bistros bieten in Mühldorfs Zentrum ihre Waren an.

Mühldorf am Inn: Veranstaltungen

Das beliebte Veranstaltungs- und Kulturzentrum Haberkasten, 1996 in einem ehemaligen historischen Getreidespeicher eröffnet, bietet für Touristen und Einheimische wechselnde Ausstellungen und kulturelle Angebote, wie Kabaretts und Konzerte an. Im atmosphärisch schönen Innenhof des Haberkastens findet zudem jedes Jahr in den ersten beiden Juliwochen das Sommerfestival der Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen statt.

Eine moderne Location für Kulturveranstaltungen und Festivals ist auch der 2003 eröffnete Stadtsaal von Mühldorf am Inn. Die multifunktionale Versammlungsstätte mit moderner Medientechnik ist regelmäßig Austragungsort von Messen, Tagungen und Seminaren.

Mühldorf am Inn: Politik

Erster Bürgermeister von Mühldorf am Inn ist Michael Christopher Hetzl. Der junge Politiker (Jahrgang 1987) und Hörgeräteakustiker gehört den Freien Wählern an und ist seit dem 1. Mai 2020 im Amt. Die meisten Stimmen erzielte bei den letzten Kommunalwahlen der Stadt die CSU mit 32,37 Prozent. Die Partei hat im Stadtrat zehn Sitze, während acht Sitze auf die Freien Wähler, je fünf Sitze auf die SPD und die Grünen, zwei Sitze auf die AfD und ein Sitz auf die Linke entfallen.

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