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Querfeldein ist dieser E-Mountainbiker im Wald unterwegs. Dank des Elektroantriebs trauen sich immer mehr Radfahrer in unwegsames Gelände.

Mountainbiker erobern die Alpen

Furcht vor der Radler-Plage

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Der Radsport boomt – nicht zuletzt durch die E-Bikes, die immer mehr Menschen zum Radfahren motivieren. Doch manchen wird der Ansturm zu viel...

München/Aichach – Gerade auf dem Berg beobachtet man die wachsende Biker-Szene mit Sorge. Nun wird die Politik aktiv. Ein schwäbischer Waldbesitzer verklagt einen Mountainbiker, der unerlaubterweise durch seinen Wald geprescht sein soll. Verbotsschilder hatten den Mann nicht davon abgehalten, in einer sogenannten Rückegasse zu radeln, die für den Abtransport gefällter Bäume gedacht ist. Darf er das? Das Amtsgericht Aichach entschied gestern: Er darf. Das in Bayerns Verfassung garantierte „allgemeine Betretungsrecht“ gelte auch für Radfahrer, argumentierte der Richter und wies die Unterlassungsklage des Waldbesitzers ab.

Der Fall Aichach ist symptomatisch für eine Radl-Krise, die sich im Freistaat anbahnt. Denn in den in der Bayernhymne besungenen „weiten Gauen“ herrscht derzeit viel Pedalverkehr – auch abseits der radlüblichen Straßen und Feldwege. Wo früher nur vereinzelte Wanderer anzutreffen waren, sind nun jene unterwegs, die sich auf dem Mountainbike von Stock und Stein nicht aufhalten lassen.

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Und es werden immer mehr. Nicht zuletzt wegen der wachsenden Beliebtheit von E-Bikes. Mit elektrischer Schubhilfe lässt sich so mancher Hügel leichter bezwingen als mit Muskelschmalz allein. Das eröffnet vielen Radfahrern neue Horizonte.

Keine Ladestation an den Hütten

Naturschützer und die, die bisher vor dem ganz großen Radleransturm gefeit waren, beobachten das mit Sorge. Auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung hat die Sektion München des Deutschen Alpenvereins beschlossen, ausdrücklich keine E-Bike-Ladestationen auf ihren Hütten einzurichten. „Der Andrang im Gebirge wird mehr“, sagt DAV-Sprecher Joachim Burghardt. „Wir wollen frühzeitig ein Zeichen setzen.“ Der E-Bike-Boom habe als umweltfreundliche Alternative zum Auto seine guten Seiten. Doch auf den Hütten und Bergpfaden befürchtet der Alpenverein in Zukunft ein Platzproblem und Konflikte mit anderen Bergsportlern.

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Ähnliche Sorgen bewegen auch eine Gruppe von Allgäuer CSU-Abgeordneten um den Memminger Klaus Holetschek, der neben seinem Mandat Vorsitzender des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben ist. Gestern hat ihr Antrag den Umweltausschuss passiert, wonach für Mountainbiker im Alpenraum bald neue Regeln gelten sollen. Zum Schutz der Natur, aber auch der Grundstückseigentümer. Deren Wege seien es nämlich, die durch die vielen Radfahrer verschlissen würden. Außerdem könnten sie bei Unfällen haften müssen, argumentieren die Abgeordneten. Es brauche deshalb klarere Regeln.

Sperrungen sieht das Gesetz nur in begründeten Ausnahmen vor

Lieber als Verbote, betont Holetschek, wären ihm „Konzepte zur Besucherlenkung“. Heißt: die Beschilderung von für Mountainbikes geeigneten Wegen – und deutliche Hinweise dort, wo man das Radeln lieber sein lassen sollte.

Mit Verboten, das hat auch der Mountainbike-Prozess in Aichach gezeigt, ist es ohnehin so eine Sache: Laut dem Bayerischen Naturschutzgesetz, Artikel 28, dürfen Mountainbiker auch auf Privatgrund ihrem Sport nachgehen – „soweit sich die Wege dafür eignen“. Sperrungen sieht das Gesetz nur in begründeten Ausnahmen vor.

Darüber, was ein „geeigneter Weg“ ist, gehen die Meinungen von Radfahrern und Grundstücksbesitzern aber regelmäßig auseinander, da der Gesetzgeber dafür keine genaue Definition in petto hat. Um diese Auslegungssache war es auch in dem Aichacher Fall gegangen. Der wird angesichts des zunehmenden Mountainbike-Booms nicht die letzte derartige Meinungsverschiedenheit sein, bei der ein Gericht das letzte Wort hat.

Josef Ametsbichler

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