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Omikron-Welle hat Bayern erreicht: Münchner Chefarzt plädiert für vierte Impfung schon jetzt

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Von: Katarina Amtmann, Katharina Haase

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Die Inzidenz in Bayern ist erneut angestiegen. München ist nun der Corona-Hotspot Nummer 1 im Freistaat. Alle Entwicklungen im News-Ticker.

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Update vom 16. Januar, 19.45 Uhr: Seit dem 30. Dezember steigen mit der zur fünften Welle deklarierten Omikron-Variante die Infektionszahlen wieder rasant. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ist Omikron mittlerweile auch in Bayern die dominierende Virusvariante. Der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing, Wendtner, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme.“ Er verwies jedoch zugleich darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Viertimpfung gibt. Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern“, sagte Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Impfstoffen zu rechnen - die Omikron-Welle rolle jedoch jetzt heran. „Man muss eine Viertimpfungs-Kampagne jetzt schon vorbereiten, auch von der Verfügbarkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe her. Da dürfen wir nicht erst daran denken, wenn wir März oder April haben.“

Update vom 16. Januar, 12.52 Uhr: Die Gesundheitsämter in Bayern haben am Samstag und Sonntag jeweils mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen registriert. Die Inzidenz im Freistaat liegt nun bei 527,4 nach 500,8 am Samstag. Damit haben sich in den vergangenen sieben Tagen etwa 527 Menschen je 100.000 Einwohner mit Corona angesteckt. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag auf seinem Dashboard mit (Stand: 3.22 Uhr). Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 4 auf 20.170.

Corona in Bayern: München ist Hotspot - Niedrigste Inzidenz im Kreis Neumarkt (Oberpfalz)

Hotspots in Bayern sind München (829,4) gefolgt von Ingolstadt (820,7) und dem Kreis Lindau (796,7). Die niedrigsten Inzidenzen gibt es in den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz (159,7) und Coburg (173,3).

Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Corona-Patienten weiter. Das Divi-Intensivregister meldete am Sonntag (Stand 9.05 Uhr) 408 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 19 weniger als noch am Samstag. 246 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

Bayerns Corona-Hotspot Nummer 1: München-Inzidenz schießt nach oben

Update vom 16. Januar, 7.17 Uhr: Die Inzidenz in Bayern liegt am Sonntag bei 527,4. Schon tags zuvor hatte der Wert die Marke von 500 geknackt und lag bei 500,8. Die Landeshauptstadt München ist Bayerns Corona-Hotspot Nummer 1.

Das sind Bayerns Corona-Hotspots

Zahlreiche weitere Kreise weisen Inzidenzen über 500 auf, unter anderem Weilheim-Schongau, Starnberg, Erding und Bad Tölz-Wolfratshausen.

Corona in Bayern: Holetschek stellt neue Regel klar

Update vom 15. Januar, 15.33 Uhr: Ab heute gelten in Bayern neue Quarantäneregeln für bestimmte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten. „Auch als Kontaktperson zu Omikron-Fällen müssen frisch Geimpfte (drei Monate), frisch Genesene (drei Monate) und Geboosterte (unbegrenzt) nun nicht mehr in Quarantäne“, erläuterte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag in München. „Damit gibt es für die verschiedenen Virusvarianten keine unterschiedlichen Regelungen mehr.“

Corona in Bayern: Neue Quarantäne-Regeln

Bisher galt für Kontaktpersonen einer mit der Omikron-Variante infizierten Person eine Quarantäne von 14 Tagen, ohne die Chance zum Freitesten. Der Bundesrat hatte am Freitag den Weg für eine Verordnung frei gemacht, die grundsätzliche Ausnahmen von einer Quarantäne regelt. Ansonsten gilt seit dem vergangenen Dienstag: Die Dauer der Isolation für Infizierte und die Dauer der Quarantäne für enge Kontaktpersonen beträgt in der Regel zehn Tage. Bereits nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest möglich – wobei man nach einer Infektion zusätzlich mindestens 48 Stunden symptomfrei sein muss.

Für Beschäftigte etwa in Kliniken und Altenheimen ist zur Beendigung der Quarantäne und Isolation ein PCR-Test verpflichtend, oder es müssen fünf Tage lang täglich negative Schnelltests vorgelegt werden. Schülerinnen und Schüler sowie Kita- und Kindergarten-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich künftig bereits nach fünf Tagen freitesten, per PCR- oder Antigen-Schnelltest.

Corona in Bayern: Münchner Statistiker legen Daten zu Übersterblichkeit vor

Update vom 15. Januar, 14.40 Uhr: Während der vierten Corona-Welle sind in Bayern tausende Menschen mehr gestorben als üblich. Ende November und Anfang Dezember waren es teils über 1000 Todesfälle pro Woche mehr als im Mittelwert (Median) der vier Jahre davor, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Ab Oktober ist in diesen Zahlen ein deutlicher Anstieg der Sterbefälle pro Woche zu sehen. Für die Zeit von Anfang November bis Mitte Dezember meldete die Behörde durchweg Todeszahlen, die um mehrere Hundert über den Werten aus den vier vorangegangenen Jahren liegen. Die höchste Differenz gab es dabei in der Kalenderwoche 48 mit insgesamt 3699 Todesfällen – 1094 mehr als der Medianwert.

Corona in Bayern: Deutliche Übersterblichkeit während Delta-Welle

Insgesamt starben den vorläufigen Zahlen zufolge in den Kalenderwochen 40 bis 49 – also vom 4. Oktober bis zum 12. Dezember 2021 – in Bayern 32.041 Menschen. Das sind gut 6500 mehr als die Medianwerte dieser Wochen aus den Vorjahren. Einen direkten Zusammenhang mit Corona sieht die Statistik bei 3269 Todesfällen. Bundesweit weist das Statistische Bundesamt ebenfalls deutlich mehr Tote als im Mittel der Vorjahre aus. Hier geht die Differenz sogar in die Zehntausende.

Auch Wissenschaftler der Covid-19-Datenanalysegruppe CODAG der Ludwig-Maximilians-Universität München haben für Bayern eine deutliche Übersterblichkeit in der Delta-Welle errechnet. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht kommen sie auf wöchentliche Übersterblichkeiten von bis zu 30 Prozent in diesem Zeitraum, die sich laut den Forschern etwa zur Hälfte durch Todesfälle mit Covid-19 erklären lassen.

Als Vergleichswert zu den aktuellen Todesfallzahlen gibt das Statistische Bundesamt den Median der entsprechenden Kalenderwochen 2017 bis 2020 an. Der Median wird aus einer Menge von Zahlen gebildet, deren eine Hälfte höher und deren andere Hälfte niedriger ist. Dieser Mittelwert ist weniger sensibel für Verzerrungen durch einzelne Extremwerte als der sonst oft herangezogene Durchschnitt. Bei den Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 1000 wäre der Median beispielsweise 5, der Durchschnitt aber rund 115,1.

Vierte Corona-Impfung: Münchner Experte will nicht auf Omikron-Impfstoff warten

Update vom 15. Januar, 12 Uhr: Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner hat angesichts der aktuellen Entwicklung eine zügige Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung gefordert. „Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur vierten Impfung gibt.

Oft hieße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern“, so Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Corona-Impfstoffen zu rechnen – die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran. „Man muss eine Viertimpfungs-Kampagne jetzt schon vorbereiten, auch von der Verfügbarkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe her. Da dürfen wir nicht erst daran denken, wenn wir März oder April haben“, erklärte der Experte.

Clemens Wendtner, Chefarzt Klinik für Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Palliativmedizin, Infektiologie und Tropenmedizin steht vor dem Gebäude der München Klinik Schwabing.
Experte Clemens Wendtner will angesichts der Omikron-Welle schon jetzt eine vierte Corona-Impfung vorbereiten. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Für Personen, die bereits im Spätsommer eine Booster-Impfung erhalten haben, sei die Viertimpfung auch jetzt schon ein Thema. Das gelte für Beschäftigte im Gesundheitswesen ebenso wie besonders gefährdete Menschen etwa in Seniorenheimen.

Sebastian Ulbert, Impfstoff-Forscher vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, will bei der Frage einer vierten Impfung zwischen „immungesunden“ und „immunschwachen“ Menschen unterscheiden. Für ihn kommt einer vierte Impfung vorerst nicht für alle infrage, sondern wie in Israel primär für Ältere und Risikogruppen.

Corona in Bayern: Inzidenz überspringt nächste Marke

Update vom 15. Januar, 8.45 Uhr: Zum Start ins Wochenende hat Bayern die Sieben-Tage-Inzidenz von 500 geknackt. Das geht aus den RKI-Zahlen vom Samstagmorgen hervor. Demnach liegt die Inzidenz für den Freistaat bei 500,8. Am Vortag lag sie noch bei 473,1. Bundesweit ist der Wert auf einen neuen Höchststand angestiegen und liegt nun bei 497,1.

Bayernweit wurden am Samstag laut RKI 10.351 neue Corona-Fälle gemeldet. Immer mehr Städte und Landkreise im Freistaat melden eine Inzidenz von über 500 und überschreiten damit die Schwelle zur „Alarmstufe Pink“. Die höchste Inzidenz in Bayern hat laut RKI derzeit der schwäbische Landkreis Lindau mit 810,1. Dicht dahinter liegen die Städte Ingolstadt mit 774,0 und München mit 761,9. Den niedrigsten Wert in Bayern weist am Samstag der Landkreis Coburg mit 171,0 auf.

Corona in Bayern: Neue Quarantäne-Regeln ab Samstag

Update vom 14. Januar, 20.01 Uhr: Zum Ende der Woche klingelt es Sturm in den Landratsämtern Bayerns. Der Grund: Die neuen Corona-Quarantäne-Regeln, die ab Samstag, 15. Januar, gelten. Wir versuchen etwas Ordnung in die Verwirrung zu bekommen und erklären, wer noch in Quarantäne oder Isolation muss und für wen die diversen Ausnahmen gelten.

Erstmeldung, München, 14. Januar, 7.14 Uhr: - Die Sieben-Tage Inzidenz* in Deutschland hat am Freitag einen neuen Höchststand erreicht und liegt nun bei 470,6. Auch im Freistaat sind die Zahlen erneut angestiegen. In Bayern machte die Inzidenz einen Sprung von 420,2 am Donnerstag auf 473,1 am Freitag, wie aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts von 3.20 Uhr hervorgeht. Damit überholt Bayern erstmal seit mehreren Wochen wieder die Gesamtinzidenz in der Bundesrepublik, nachdem die Zahlen vorher längere Zeit deutlich zurückgegangen waren. Immer mehr Städte und Landkreise überschreiten nun wieder die Schwelle zur „Alarmstufe Pink“ und melden eine Inzidenz von über 500.

Corona in Bayern Inzidenz steigt stark an - München unter Spitzenreitern

Die höchste Inzidenz* in Bayern meldet am Freitag der Landkreis Erding in Oberbayern mit 753,8, dicht gefolgt vom schwäbischen Landkreis Lindau mit 748. Auf Platz Drei folgt bereits die Landeshauptstadt München*. Dort liegt die Inzidenz am Freitag bei 718,2. Die niedrigste Inzidenz in Bayern meldet der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz mit 112,4. Es ist zugleich der niedrigste Inzidenzwert Deutschlands. Gleichzeitig sinkt die Zahl der mit Covid-19 infizierten Intensivpatienten im Freistaat. Deren Zahl lag am Donnerstag bei 457 und somit um 31 niedriger als noch am Mittwoch.

Corona-Lage im Freistaat: Weiterhin Verschiebung von Operationen nötig

Dennoch müssen wegen steigender Corona-Infektionszahlen Dutzende Krankenhäuser in Bayern unter medizinischen Aspekten aufschiebbare Behandlungen aussetzen. In sechs der sieben bayerischen Regierungsbezirke gelten entsprechende Anweisungen. Damit solle die stationäre Versorgung von Notfällen und Covid-19-Patienten sichergestellt werden, hieß es. Medizinisch dringliche Eingriffe wie Herz- oder Tumor-Operationen seien aber weiter möglich.

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Corona-Regeln in Bayern: Staatsregierung bleibt auf defensivem Kurs

Am Dienstag hatte die bayerische Staatsregierung auf einer Pressekonferenz verkündet, die Corona-Regelungen im Kampf gegen die Omikron-Welle weniger scharf zu halten, als auf der Bund-Länder-Konferenz beschlossen. So gilt in der Gastronomie beispielsweise weiterhin die 2G-Regel anstatt 2G-Plus. Am Donnerstag verkündete Gesundheitsminister Klaus Holetschek zudem, die Hotspot-Regelung, nach der ab einer Inzidenz von 1000 ein regionaler Lockdown vorgesehen ist, vorerst aussetzen zu wollen.*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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