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Ein Kind der Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" wird in Klosterzimmern im Kreis Donau-Ries privat unterrichtet

Sekte stellt Antrag

Keine Privatschule für "Zwölf Stämme"

München - Die Sekte "Zwölf Stämme" darf vorerst keine Privatschule eröffnen. Ein Antrag der Gruppierung wurde vom Kultusministerium abgelehnt. Grund: Den Lehrern fehlt eine entsprechende Qualifikation.

Die Sekte „Zwölf Stämme“ kann vorerst keine neue Privatschule aufmachen. Der Antrag der Gruppierung von Mitte August sei derzeit nicht genehmigungsfähig, sagte am Dienstag der Sprecher des bayerischen Kultusministeriums, Ludwig Unger. Den Lehrern fehle eine ausreichende Qualifikation. Außerdem müssten zunächst die massiven Vorwürfe gegen die Glaubensgemeinschaft geprüft werden.

Die Polizei hatte die Kinder der Sekte am vergangenen Donnerstag aus den Standorten der „Zwölf Stämme“ im schwäbischen Klosterzimmern bei Deiningen und im mittelfränkischen Wörnitz geholtund sie in Pflegefamilien gebracht. Nach Angaben des Kultusministeriums gehen die Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren von Donnerstag an in eine Regelschule.

Vor dem Amtsgericht Ansbach soll an diesem Freitag die mündliche Anhörung der Eltern wegen Verdachts auf körperliche Misshandlungbeginnen. Dabei geht es um zehn Kinder. Mit dem Schicksal von weiteren 28 Kindern der Gemeinschaft beschäftigt sich das Amtsgericht in Nördlingen. Die Gerichte überprüfen, ob der vorläufige Entzug des Sorgerechts weiter aufrechterhalten wird. Die Staatsanwaltschaft in Augsburg ermittelt wegen Misshandlung Schutzbefohlener und gefährlicher Körperverletzung.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte die bisherige Schule der Sekte geschlossen. Die Mitglieder der „Zwölf Stämme“ weigern sich unter anderem wegen des Sexualkundeunterrichts, die Kinder in staatliche Schulen zu schicken.

dpa

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