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Kundin Beatrix S. ist über die Bahn verärgert. Alle waren vom ICE-Ausfall überrascht.

Heftige Kritik von Fahrgastverband Pro Bahn

Pendler-Ärger rund um München: Deutsche Bahn hat offenbar Folgen einer Baustelle nicht bedacht

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Der Ulmer Bahnhof wird derzeit umgebaut. Das hat auch Auswirkungen auf den Zugverkehr rund um München - zum Leidwesen der Pendler. Das Problem: Die Bahn hat diese Folgen offenbar nicht bedacht.

München - Erst kommt der gewohnte ICE nicht, er wird nicht einmal angezeigt, stattdessen sollen die Passagiere plötzlich in eine Regionalbahn auf dem anderen Gleis. Und die ist schnell randvoll. Seit Freitag müssen Bahnpendler aus Augsburg und Umgebung eine besondere Belastungsprobe durchstehen. Weil der Ulmer Hauptbahnhof mit der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm verknüpft wird, halten ICEs für 14 Tage nicht mehr in Ulm und fahren auch nicht weiter nach Augsburg.

„So schlimm war es nie, es gab auch keine Information, dass der ICE nicht fährt“, sagt Beatrix S., die täglich die Strecke benutzt. Alle zwängten sich in die Regionalbahn rein, so gut es ging. „Eine Sardinenbüchse.“ Die Laune in den Waggons war entsprechend schlecht.

Eine Baustelle am Ulmer Bahnhof. Seit Freitag werden Gleise mit der Neubaustrecke verknüpft - es gibt eine 14-tägige Totalsperre für den Fernverkehr.

Zwischen München und Augsburg „Halbierung des Fernverkehrsangebotes im Berufsverkehr“ 

Auch EC- und IC-Verbindungen fallen bis auf Ausnahmen zwischen Stuttgart und München aus. Der Fahrgastverband Pro Bahn fasst dies so zusammen: „Auf der hochbelasteten Pendlerstrecke zwischen München und Augsburg kommt es im Berufsverkehr zur Halbierung des Fernverkehrsangebotes.“

Und bis zum 9. November wird das weitergehen, Pro Bahn erwartet nach Ende der Schulferien sogar eine Verschärfung der Situation. Jörg Bruchertseifer, Vize-Vorsitzender von Pro Bahn, fordert schnelles Handeln und ein Ersatzangebot mit ausreichender Sitzplatzkapazität. „Unverständlich ist mir, dass bei einer Baumaßnahme in Baden-Württemberg die Auswirkung nach Bayern überhaupt nicht berücksichtigt wurde.“

Da steht es Blau auf Weiß: Die Züge zwischen München und Stuttgart verkehren vorerst zu anderen Zeiten.

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Laut Bahn keine Einschränkungen bei aus Nürnberg kommenden Zügen

Von einer Halbierung des Angebots will die Bahn nichts wissen. „Bei den Fernverkehrszügen, die von Nürnberg kommend über Donauwörth und Augsburg nach München fahren, gibt es keine Einschränkungen“, sagt ein Sprecher. Von Ulm umgeleitete Züge würden nur zu anderen Zeiten abfahren und sofern möglich verstärkt. „Daneben könnten die Fahrgäste zwischen Augsburg und München natürlich auch die zahlreichen Züge des Regionalverkehrs nutzen. „Die Pendler werden sich in den nächsten Tagen automatisch besser auf die Züge verteilen.“

Eine Wahl haben sie nicht: ICEs, die in Augsburg etwa am Montag um 8.42 Uhr oder 8.54 Uhr fahren müssten, werden in der Bahn-App nicht mehr angezeigt. ­Beatrix S.: „Zwei Züge fallen also komplett weg.“ Die Folgen lassen sich erahnen…

In unserem S-Bahn-Ticker halten wir Sie über alle Entwicklungen auf den Gleisen auf dem Laufenden.

mc

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