Auszeichnung

Traditions-Wirtschaften: Top 5 der 100 urigsten Gasthäuser in der Region

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Urige Einrichtung, deftige Speisen und gutes Bier: So stellt sich der Bayern sein Wirtshaus vor. Doch die sind viel mehr als nur Ess-Räume - sie stehen für Brauchtum und Tradition. Nun wurden 100 Wirtschaften in Bayern ausgezeichnet.

Hier gibt es mehr als Bier und Schweinsbraten – in diesen Wirtschaften kommt echtes Lebensgefühl auf den Tisch! Ministerpräsident Markus Söder und Heimatminister Albert Füracker haben gestern in München die 100 besten Heimatwirtschaften Bayerns ausgezeichnet. „Sie tragen besonders zum Erhalt der Dorfgemeinschaft und der Weitergabe von Tradition und Brauchtum bei“, sagte Söder. Bewerben konnten sich alle typisch bayerischen Wirtshäuser mit regelmäßigen Öffnungszeiten im ländlichen Raum. Wir stellen fünf prämierte Betriebe etwas näher vor. Da samma dahoam.

Gasthaus Fuchs in der Mauth: Herzblut macht’s! 

Zusperren oder was Neues machen? Als Seniorwirt Alfons Fuchs 2012 überraschend verstarb, war die Zukunft vom Gasthaus Fuchs in der Mauth (Lkr. Freyung-Grafenau) in Niederbayern ungewiss. Doch Sohn Bernhard Fuchs (49) und seine Frau Birgit (49), beide Apotheker, entschieden: Wir machen weiter! „Mein Herzblut hängt daran – schließlich ist der Betrieb seit 80 Jahren im Besitz der Familie“, sagt Bernhard Fuchs. Das junge Wirtspaar investierte erst mal – und sanierte das Haus bis auf die Außenmauern. 

Das Ergebnis: eine Kombination aus bodenständigem Dorfwirtshaus und hochwertigem Hotel mit Spa-Bereich. Mama Anita (70) ist bis heute die Seele des Hauses. Auch die Küche ist besonders. Bernhard Fuchs: „Bei uns gibt’s auch exotischere Fleischgerichte wie Zicklein oder Pferderouladen.“

Gasthaus zum Schex in St. Wolfgang: Alte Küche ist in 

Milzwurst, bacherner Kalbskopf, gefüllte Kalbsbrust: Im Gasthaus zum Schex in St. Wolfgang (Lkr. Erding) werden ganz traditionelle Gerichte serviert. Das findet man heute nicht mehr oft – und die Gäste lieben es! „Die altbayerische Küche ist unsere Spezialität“, sagt Wirtin Anita Silbernagl (52), die den Betrieb mit ihrem Mann Anton (57) in vierter Generation führt und dabei tatkräftig von vier Töchtern – Juliane, Lena, Lisa und Laura – unterstützt wird. 

Die Geschichte des Gasthauses, das einst im Besitz des hier ansässigen Chorherrenstifts war, reicht bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Wer sich über den ungewöhnlichen Namen wundert: Benannt ist es nach dem Gastwirt Josef Schex, der es im 19. Jahrhundert erwarb und dessen Namen es bis heute trägt.

Gasthof Zum Alten Wirt in Langenbach: Vereine sind wichtig

Seit 125 Jahren gibt es den Gasthof Zum Alten Wirt in Langenbach (Lkr. Freising), mit idyllischem Biergarten vor dem Haus und 18 Hotelzimmern. Das Wirtspaar Frank (49) und Beate Dotzel (53) hat den Betrieb 2004 übernommen. „Unsere Karte wechselt alle zwei, drei Wochen – je nachdem, was der Markt gerade hergibt“, sagt Frank Dotzel. Am Freitag etwa starten die Kräuterwochen: Da gibt es unter anderem paniertes Schnitzel mit Kräutern und Zwiebelmarmelade. 

Ebenfalls beliebt bei den Gästen sind die hausgemachten Burger: „Wir wollen auch das junge Publikum ansprechen.“ Tradition und Heimatgefühl werden hier großgeschrieben. „Ein gutes Miteinander mit den ortsansässigen Vereinen ist uns sehr wichtig“, sagt Frank Dotzel. Und sie kommen alle – vom Männerchor bis zum Burschenverein.

Klosterbräustüberl Reutberg: Idylle in den Bergen

Idylle vor den Bergen Frischer geht’s kaum: Das Bier im Klosterbräustüberl Reutberg in Sachsenkam (Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) stammt direkt aus der eigenen Brauerei! Elf Sorten kann der Gast hier durchprobieren – vom Märzen bis zum Weißbier- Bock. 1924 wurde die Brauereigenossenschaft als Nachfolger der Brauerei der Franziskanerinnen mit Sitz auf dem Reutberg gegründet. 

Seit 2010 führen Schorsch Lichtenegger (32, li.) und Bernhard Haindl (38) das urige Wirtshaus zwischen Holzkirchen und Bad Tölz. Die Wirte sagen: „Zu uns kommen viele Ausflügler und Stammgäste, um das traumhafte Alpenpanorama zu genießen.“ Recht haben sie.

Rotes Ross in Marktbergel: Von Bratwurst bis Hummer

Eine lange Geschichte bis ins 16. Jahrhundert hat auch das Restaurant-Landhotel Rotes Ross in Marktbergel (Lkr. Neustadt an der Aisch, Bad Windsheim) in Mittelfranken. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde kräftig umgebaut – auch die rote Farbe stammt aus jener Zeit. Nachdem das Gebäude dem Verfall preisgegeben war, übernahm es die Gemeinde – und sanierte es 2004.

Seitdem führen die Wirte Britta (46) und Thomas Bogner (50) den Betrieb mit zwei Gästeräumen, einem kleinen Saal, dem Gewölbekeller sowie zwölf Zimmern. „Unser Motto: Von der Bratwurst bis zum Hummer machen wir alles“, erklärt Thomas Bogner, der in der Küche das Sagen hat. Wie ein echtes fränkisches Schäufele oder hausgemachte Ravioli zubereitet werden, können die Gäste bei ihm sogar in Kochkursen lernen.

Urige Wirtshäuser in Bayern: Auch sie haben gewonnen

Eine Auswahl der Gewinnerbetriebe aus Oberbayern: Gasthaus Mayrhofer aus Haiming, Kellerwirt aus Marktl am Inn, Gasthof Schwarz KG aus Mehring (alle Kreis Altötting); Landgasthaus Fischerwirt aus Schlehdorf, Landgasthof-Hotel Reindlschmiede aus Bad Heilbrunn (alle Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen); Braugasthof Alte Post aus Markt Teisendorf, Gasthof Bodner aus Schönau am Königssee (alle Kreis Berchtesgadener Land); Bräustüberl Grünbach aus Bockhorn (Kreis Erding); Wirtshaus zum Sandmeir aus Althengenberg (Kreis Fürstenfeldbruck); Gasthof zum Stern aus Seehausen am Staffelsee (Kreis Garmisch-Partenkirchen); Hotel-Landgasthof Alter Wirt aus Fischbachau (Kreis Miesbach), Waldgaststätte Filzenklas aus Tuntenhausen (Kreis Rosenheim); Hotel Gasthof zur Post aus Ruhpolding (Kreis Traunstein), Gasthaus zum Schäferwirt aus Schwabbruck (Kreis Weilheim-Schongau). 

Alle Preisträger unter www.heimat.bayern/heimatwirtschaften.

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