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Der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands ist wütend: Auf einer Demonstration spricht Ulrich Brandl von einer "Dokumentationsflut", mit der sich Bayerns Wirte auseinandersetzen müssten.

Großdemo in München

5000 Wirte demonstrieren gegen Bürokratie

München - Bayerns Wirte stöhnen über zu viel Papier-Arbeit: Ob Mindestlohn oder Arbeitszeiten - die Wirte wollen "kochen statt dokumentieren". Jetzt demonstrieren sie gegen die Bürokratie.

Tausende Wirte und Beschäftigte aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe sind am Montag in München gegen die aus ihrer Sicht ausufernde Bürokratie auf die Straße gegangen. Bei einem Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hielten sie Transparente mit Aufschriften wie „Ich will kochen, nicht dokumentieren“ in die Höhe. Nach Angaben eines Sprechers des Branchverbandes DEHOGA Bayern reisten Teilnehmer aus ganz Bayern zu der Veranstaltung an. Die Polizei sprach von rund 5000 Teilnehmern.

Die erste Demonstration dieser Art im Freistaat richtete sich unter anderem gegen Dokumentationspflichten für Arbeits- und Pausenzeiten im Zusammenhang mit dem Mindestlohn, aber auch für Allergene in Lebensmitteln, für Unterweisungen über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, über ärztliche Untersuchungen von Jugendlichen zu Beginn des Berufslebens und viele andere Themen. „Die Wirte wollen das mehr als Hilferuf verstanden wissen“, sagte der Sprecher.

Mit Blick auf die Mindestlohn-Regelungen sagte DEHOGA-Bayern-Präsident Ulrich Brandl, es stehe außer Frage, dass Arbeitszeiten aufgezeichnet werden müssten. „Der jetzt geforderte Aufwand schießt allerdings weit über das Ziel hinaus.“

Gerade die stark durch kleine, familiengeführte Betriebe geprägte Branche plage sich mit den Bürokratielasten. „Wann soll man nach all dieser Dokumentationsflut eigentlich noch kochen, Gäste bewirten und dabei lächeln?“ Brandl kritisierte zudem, dass für Vereine und gemeinnützige Organisationen „großzügige Ausnahmeregeln“ gelten. Hier stelle sich etwa bei der Allergen-Kennzeichnung die Frage, „ob Gesundheitsschutz denn teilbar ist“, sagte Brandl. In der bayerischen Hotellerie und Gastronomie arbeiten rund 354 000 Menschen.

dpa

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