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Mit praxisorientiertem Unterricht und Praktika werden die jungen Flüchtlinge auf die Arbeitswelt vorbereitet.

Eine Lehrerin berichtet

Berufsschule für junge Flüchtlinge: Die ersten Schritte in die Arbeitswelt

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Für junge Flüchtlinge gibt es in München eine Berufsschule, die sie auf den Eintritt in die Arbeitswelt vorbereitet. Den jungen Menschen bietet sich dort die Chance, einen qualifizierten Schulabschluss zu machen.

München – Das zweijährige Unterrichtsangebot der Berufsschule für Berufsintegration an der Balanstraße richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren, die nicht mehr mittelschulpflichtig sind, aber noch keine Ausbildung beginnen können. Voraussetzung sind grundlegende Sprachkenntnisse.

Die Sprache steht in allen Fächern im Vordergrund 

„Es gibt viele junge Flüchtlinge, die zwar einen Ausbildungsplatz finden und in dem Betrieb gut arbeiten, aber an einer gewöhnlichen Berufsschule überfordert sind“, erklärt Lehrerin Stefani Eisenmann. Grundidee war es, diese Schüler aufzufangen. „Sie können den Mittelschulabschluss oder den qualifizierenden Mittelschulabschluss machen.“ Gleichzeitig werden sie mit praxisorientiertem Unterricht und Praktika auf die Arbeitswelt vorbereitet. Daneben haben sie normalen Unterricht wie an jeder anderen Berufsschule. „Nur, dass die Sprache bei uns in allen Fächern im Vordergrund steht“, erklärt Eisenmann. Viele Flüchtlinge seien in ihren Heimatländern bereits zehn Jahre in die Schule gegangen, erklärt sie. „Sie dürfen nicht das Gefühl bekommen, hier wieder im Kindergarten anfangen zu müssen.“

Lesen Sie dazu:  Junge Flüchtlinge in München: „Wir sind in der Schule wie eine große Familie“

Eisenmann unterrichtet seit fünf Jahren an der Balanstraße. Sie macht immer wieder dieselbe Erfahrung: „Die jungen Flüchtlinge wollen unbedingt lernen.“ Und das, obwohl viele traumatisiert sind und einige nicht wissen, ob sie Deutschland bald wieder verlassen müssen. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Schüler in sein Heimatland zurückkehren muss. Das sind traurige Momente, sagt sie. Auch für die Mitschüler.

Doch die schönen Momente überwiegen, betont die Lehrerin. Zum Beispiel, wenn ihre Schüler begeistert vom Praktikum zurückkehren und berichten. Neulich ist sie einer ehemaligen Schülerin begegnet, die gerade ihren Abschluss als Zahnarztassistentin macht. Ohne diese Berufsschule hätte sie das vielleicht nicht geschafft. 

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