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40-Jähriger erliegt Verletzungen - Ehefrau in kritischem Zustand

Mangfall-Drama: Hilfe mit dem Leben bezahlt

Heufeld - Sie ist zutiefst glücklich, dass ihr Kind lebt. Und zutiefst traurig, dass ein Retter starb.

Rosi H., die Mutter des in die Mangfall gestürzten 12-jährigen Buben, klingt nun einigermaßen gefasst. Einen Tag ist es her, dass sie um das Leben ihres Sohnes gebangt hatte. Sebastian war zusammen mit einem Freund (13) im Wasser weggerissen worden, die Spezl überlebten.

Doch am Dienstag der nächste Schock – ein Helfer starb. Der 40-Jährige aus Bad Aibling hatte bei dem Rettungsdrama Kopfverletzungen erlitten – ob diese auch Todesursache waren, ist unklar. Und der Zustand seiner Ehefrau (33) wird als kritisch beschrieben. Zudem wird ein weiterer Verletzter im Krankenhaus betreut.

Das Rettungsdrama an der Mangfall

Rettungsdrama an der Mangfall

Die Identität des Toten und seiner schwerstverletzten Frau war lange unklar. Am Ufer griff die Polizei den Hund des Paares auf und versuchte, die Opfer anhand des Tier-Chips zu identifizieren – vergeblich. Erst ein Ring brachte einen eindeutigen Hinweis: Das Schmuckstück der Frau war graviert.

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„Als Helfer ins Wasser springen? Würd ich niemandem raten“

Insgesamt acht Menschen hatten sich selbstlos in die Mangfall gestürzt, um die Kinder bzw. wenig später auch die Ersthelfer an Land zu ziehen. Stephan Pflügler (34), Chef der Bad Aiblinger Wasserwacht, war in den dramatischen Stunden dabei. „Es war sehr unübersichtlich.“ Er selbst reanimierte die verletzte Frau. „Sie war einigermaßen stabil.“ Das Schicksal der Frau berührt Sebastians Mutter Rosi in ihrem Herzen: „Ich bete so sehr, dass sie überlebt, dass sie es schafft“, sagte sie dem Portal rosenheim24.de.

Das Paar, dessen Rettungsversuch so tragisch endete, war mit Hund Lucky an der Mangfall spazieren gewesen. Er musste am Ufer zuschauen, wie sein Frauchen und Herrchen um ihr Überleben kämpften. Nun hat vorerst der Wasserwachtschef den Hund in seiner Obhut.

Der zwölfjährige Sebastian liegt noch in der Klinik, es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut. Er war unterkühlt, und er hatte sich den Kopf angeschlagen. Seine Mutter Rosi ist den Helfern unendlich dankbar: „Es ist unglaublich toll, dass es solche Menschen gibt.“

Das Todesdrama in der Mangfall, es war nicht der einzige Schwimm­unfall am Montag. Zwei Buben (7 und 8) entkamen nahe Schwangau (Ostallgäu) nur knapp dem Tod durch Ertrinken. Die Brüder kenterten mit einer Luftmatratze. Der 7-Jährige konnte ans Ufer gezogen werden und war bald wieder ansprechbar. Sein Bruder blieb verschwunden. Badegäste tauchten nach dem Kind und fanden es nach einigen Minuten. Zwei Ärzte kämpften eine Viertelstunde um das Leben des Buben, schließlich wurde er reanimiert. Er ist außer Lebensgefahr.

ck/bo/sd

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