Mutmaßlicher Millionenbetrüger stirbt in Namibia

Windhuk/ Bad Heilbrunn - Der wegen Anlagebetrugs in Millionenhöhe gesuchte Ex-Finanzmakler Hans-Jürgen Koch (58) ist nach Angaben seiner Ehefrau am vergangenen Freitag in Namibia in einem Krankenhaus gestorben. Er stammte aus dem oberbayerischen Bad Heilbrunn nahe Bad Tölz.

Koch sei am Donnerstag aufgrund "bedenklicher Diabeteswerte" in das Krankenhaus der Ortschaft Tsumeb eingeliefert worden, sagte Rachael Nathaniel-Koch am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Am Freitag ist er dann in ein Koma gefallen, aus dem er nicht mehr erwacht ist," sagte sie.

Der einstige Finanzmakler wurde von den deutschen Behörden wegen Kapitalanlagen-Betrugs, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung in mehr als 200 Fällen mit Haftbefehl gesucht. In einem Schneeballsystem hatte Koch in den 1990er Jahren Kredite zwischen 350 Landkreisen, Gemeinden und Städten vermittelt. Nachdem die Geschäfte zu Beginn ordnungsgemäß abliefen, soll Koch hohe Beträge aufs eigene Konto umgeleitet haben. Der Schaden wird auf mehr als 40 Millionen Euro beziffert.

Allein in Baden-Württemberg soll Koch nach Schätzungen des Gemeindetages bis zu 80 Kommunen geschädigt haben. Grenzach-Wyhlen sei landesweit am stärksten betroffen. Im November 2002 hatte die Gemeinde vor dem Bundesgerichtshof einen wichtigen Erfolg errungen. Der XI. Zivilsenat hatte entschieden, dass die Kredite zwischen den rund 350 betroffenen Kommunen direkt und inklusive Zinsen zurückgezahlt werden müssen.

Koch hatte sich 1999 auf seine Farm in Namibia abgesetzt und war 2002 nach einem Auslieferungsantrag der deutschen Regierung von den namibischen Behörden dort festgenommen worden. Nach jahrelangem Rechtsstreit gab der Oberste Gerichtshof von Namibia Ende 2006 der Berufung von Kochs Verteidigern gegen das deutsche Auslieferungsbegehren statt.

dpa

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