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Ein Polizist klebt in Nürnberg in einem bordellähnlichen Etablissement einen Fahndungsaufruf in verschiedenen Sprachen an eine Wand. Foto: Nicolas Armer

Spur über Handydaten

Streit um Geld: 21-Jähriger gesteht Prostituiertenmorde

Die Gewaltverbrechen an zwei Prostituierten aus Nürnberg sind wohl geklärt. Ein 21-Jähriger ist geständig. Der Mann hat auch einen Grund genannt, warum er die Frauen nach dem Sex erdrosselt hat.

Nürnberg - Ein 21-Jähriger aus Nürnberg hat die beiden Prostituiertenmorde in der fränkischen Stadt gestanden. Nach den Worten von Oberstaatsanwalt Alfred Huber sagte der Mann aus, in beiden Fällen habe er sich nach dem Sex mit den Frauen über die Bezahlung gestritten.

Der Mann habe seine Opfer gefesselt und erdrosselt, schilderte der Leiter der Soko "Himmel", Michael Dietsch am Montag. Um seine Spuren zu vertuschen, zündete der 21-Jährige die Mietwohnungen der Frauen an. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Die erste Tat ereignete sich am 24. Mai, Opfer war eine 22 Jahre alte Rumänin. Das zweite Opfer war eine 44-jährige Chinesin am Pfingstmontag. Die Ermittler fanden die toten Frauen gefesselt auf dem Rücken liegend in ihren Betten. Beide hatten Brandverletzungen. Todesursächlich sei bei beiden Taten aber nicht das Feuer, sondern die Strangulation gewesen, betonte Polizeipräsident Johann Rast.

Beamte hatten den mutmaßlichen Doppelmörder am Freitag zunächst eine Stunde lang observiert und schließlich gegen 17.40 Uhr in einem Spieleladen in Nürnberg verhaftet. Der Arbeitslose war in der Vergangenheit wegen Diebstahls und Körperverletzungen aufgefallen.

Auf die Spur des 21-Jährigen waren die Ermittler durch die Auswertung des Mobiltelefons des zweiten Opfers gekommen. Das Handy fanden die Ermittler in der Wohnung der toten Frau. An beiden Tatorten seien DNA-Spuren des Mannes gefunden worden, sagte Dietsch. Seine Opfer hatte der Mann über dieselbe Internetseite kontaktiert.

Dass die Ermittler den Fall nur gut 14 Tage nach der ersten Tat trotz "schwieriger Spurenlage" aufklären konnten, wertete der Polizeipräsident als "großen Erfolg" der 30-köpfigen Soko. Wie am Montag ebenfalls bekannt wurde, hatte die Polizei kurz nach der ersten Tat zunächst einen anderen Mann als Tatverdächtigen ausgemacht. Er kam aber kurze Zeit später wieder frei.

dpa

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