Verdächtiger

Pirat bei Einreise nach Bayern gefasst?

Hannover/Kiefersfelden - Fünf Jahre nach einem Piratenüberfall auf den Tanker „Marida Marguerite“ einer deutschen Reederei vor der Küste Ostafrikas haben Bundespolizisten einen vierten mutmaßlichen Täter gefasst.

Der Somalier sei bei Kiefersfelden bei der Einreise aus Italienin einem Reisebus mit einem gefälschten Pass aufgefallen  und über seine Fingerabdrücke identifiziert worden, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) am Freitag in Hannover mit.

Ein Sprecher der Bundespolizei in Rosenheim ergänzte zu der Festnahme vor einer Woche auf der Inntalautobahn, der Mann habe bei der Personalienfeststellung als Alter 16 Jahre angegeben. Tatsächlich sei er aber 23 Jahre alt. Es habe sich um eine verdachtsunabhängige Kontrolle eines Reisebusses in Grenznähe gehandelt.

Wie bereits zwei anderen der Piraten soll dem Mann am Landgericht Osnabrück der Prozess gemacht werden. Die Männer waren zu elf und zwölf Jahren Haft verurteilt  worden. Ein Rädelsführer erhielt in den USA eine mehrfach lebenslängliche Haftstrafe.

Im Mai 2010 wurde der Tanker 100 Seemeilen südlich der omanischen Stadt Salalah von einem Überfallkommando gekapert. Die 22-köpfige Besatzung blieb acht Monate lang in der Hand der somalischen Geiselnehmer und erlitt ein Martyrium mit unsagbaren Folterungen und Angst. Das Schiff wurde erst freigegeben, nachdem ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen Dollar über dem Schiff abgeworfen worden war. Niedersächsische LKA-Experten sicherten anschließend Spuren auf der „Marida Marguerite“. Die zwei bereits in Osnabrück verurteilten Täter waren ebenfalls nach der Einreise nach Deutschland über ihre Fingerabdrücke überführt worden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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