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Der mutmaßliche Sextäter wollte sich umbringen.

Sextäter will sich in U-Haft umbringen

Nürnberg - Ein nach einer spektakulären Geiselnahme in die Schlagzeilen geratener mutmaßlicher Sextäter hat versucht, sich in der Nürnberger Justizvollzugsanstalt das Leben zu nehmen.

Der 50-Jährige habe bereits am vergangenen Montag eine Überdosis Antidepressiva und Schlafmittel eingenommen, berichtete JVA-Leiterin Renate Schöfer-Sigl am Mittwoch auf Anfrage.

Einem Wärter sei bei der morgendlichen Zellenkontrolle aufgefallen, dass sich der schlafende Häftling erbrochen hatte. Als sich der Häftling trotz heftigen Rüttelns nicht wecken ließ, hätten sie den Notarzt verständigt, der sofort die Einweisung in eine Klinik veranlasst habe. Dort sei der Häftling in ein künstliches Koma versetzt worden.

Nach Angaben der JVA-Chefin hat der 50-Jährige in seiner Haftzelle einen Abschiedsbrief hinterlassen. Darin habe er erklärt, er habe sterben wollen, weil er mit seinen Taten nicht zurechtkomme. Die Medikamente habe er nach einer Behandlung seiner psychischen Probleme erhalten. “Die Tabletten musste der Häftling zwar unter Aufsicht einnehmen. Anscheinend hat er sie aber doch nicht verschluckt und stattdessen gehortet“, vermutet Schöfer-Sigl.

Die Staatsanwalt wirft dem aus Mittelfranken stammenden Mann vor, vor rund einem Jahr zwei Frauen aufgelauert und sie vergewaltigt zu haben. Ein Opfer soll er als Geisel genommen und dazu gezwungen haben, mit ihm bis nach Schleswig-Holstein zu fahren. Der Fall hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt, weil der Mann bereits zweimal wegen Sexualstraftaten im Gefängnis und in der Psychiatrie gesessen hatte. Er war 2009 auf Bewährung freigekommen.

dpa

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