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In dieser Krippe wurde das Kind kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres gefunden.

Mutter lehnt krankes "Krippenkind" ab - Bub bleibt bei Pflegefamilie

Pöttmes/Aichach - Das im Dezember 2008 in einer Weihnachtskrippe in Pöttmes (Landkreis Aichach-Friedberg) abgelegte Findelkind Christian bleibt bei seiner Pflegefamilie.

Wie Eberhard Krug, Leiter des Kreisjugendamtes Aichach-Friedberg, am Mittwoch mitteilte, ist die 38-jährige Mutter ohne ihren wenige Wochen alten und behinderten Sohn in ihre Heimat Rumänien zurückgekehrt. Nach Angaben des Jugendamtsleiters sehe sich die vierfache Mutter nicht in der Lage, in Rumänien für die nötige medizinische Betreuung ihres jüngsten Sohnes zu sorgen. Er leide an einer Gehirnfehlbildung. Diese Krankheit sei angeboren und habe mit dem Aussetzen nichts zu tun, sagte Krug.

Die 38-Jährige hatte ihr Neugeborenes gut drei Wochen vor Weihnachten in der Kirche St. Peter und Paul ausgesetzt. Der Pfarrer hatte das wenige Stunden alte Kind in der hölzernen Weihnachtskrippe vor dem Altar gefunden. Das Kind in der Krippe hatte für große Aufregung gesorgt. “Die Anteilnahme war sehr groß. Wir haben aus ganz Deutschland Anfragen für eine Adoption bekommen“, sagte Krug. Durch die Ungewissheit über die gesundheitliche Entwicklung des Säuglings komme eine Adoption derzeit nicht in Frage.

“Kindsaussetzung ist eine strafbare Handlung. Man darf nicht vergessen, dass der Bub auch hätte sterben können, wenn man ihn später gefunden hätte“, sagte Krug. Aus diesem Grund werde gegen die Mutter wegen des Verdachts der Kindsaussetzung ermittelt. Ihrem Arbeitgeber im Landkreis, bei dem sie einige Monate beschäftigt war, hatte die Frau die Schwangerschaft verheimlicht.

dpa

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