Mutter und Sohn schießen mit Armbrust auf Bruder - Mordanklage

Nürnberg - Ihren eigenen Sohn wollte eine Mutter in Nürnberg vermutlich töten lassen - als Mörder sollte dessen Bruder auftreten, als Tatwaffe wählte die Hausfrau eine Armbrust.

Von einem solchen Tatverlauf geht jedenfalls die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth aus, die am Montag Anklage wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes gegen die 38-Jährige und ihren 19 Jahre alten Sohn erhoben hat.

Die beiden sollen im Februar 2008 den jüngeren Sohn in die Wohnung der Mutter gelockt haben. Dort soll der 19-Jährige mit einer Armbrust auf seinen Bruder geschossen haben. Das damals 17 Jahre alte Opfer wurde zwar nur leicht verletzt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wären aber weitere Schüsse gefallen, wenn die Polizei nicht eingeschritten wäre.

Den Ermittlungen zufolge hatte der jüngere Sohn kurz vor der Tat Anzeige gegen seine Mutter und seinen älteren Bruder erstattet. Die Gründe für diese Anzeige wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht nennen, sie geht aber davon aus, dass die Anzeige berechtigt war. Die Mutter lud den Jugendlichen daraufhin in ihre Wohnung ein und stellte ihn dort zur Rede. Als das Gespräch nicht so verlief wie geplant, sollen die Mutter und der 19-jährige Sohn übereingekommen sein, den Jüngeren zu töten und sich so für die Strafanzeige zu rächen. Die Mutter habe die Armbrust bereitgestellt, der Sohn habe den Pfeil abgeschossen.

Die Anklage lautet auf gemeinschaftlich versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Da der mutmaßliche Armbrust-Schütze noch unter 21 Jahren ist, muss die Jugendkammer des Landgerichtes Nürnberg-Fürth entscheiden, ob und wann ein Hauptverfahren eröffnet wird.

dpa

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