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Eine Wissenschaft für sich: der Kauf von Fahrkarten.  

Ab Ende 2018

MVV-Reform mit Tarifkreisen statt Zonen

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Die MVV-Tarifreform nimmt langsam Formen an. Statt den 16 Ringen und vier Zonen soll es Ende 2018 acht Tarifkreise geben, zudem eine Art Freizeitkarte für Jugendliche. An den Details wird noch gefeilt, eines ist aber sicher: Die Streifenkarte bleibt.

München – Der MVV kann Jahr für Jahr einen neuen Rekord vermelden. Im Jahr 2016 nutzten rund 692 Millionen Fahrgäste Bus, Tram, U- und S-Bahn – ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Fahrgeld-Einnahmen (872 Millionen Euro) gab es gleich einen Zuwachs von 6,3 Prozent – was Forderungen nach einer „Nullrunde“ beflügeln könnte. Realistischer ist derzeit allerdings eine Preiserhöhung in der Höhe zwischen 1,5 und 3,5 Prozent. Doch der MVV denkt bereits an übermorgen: Ende dieses Jahres soll die MVV-Gesellschafterversammlung, der die Stadt, der Freistaat sowie die acht MVV-Landkreise angehören, eine Tarifreform beschließen. „Für Pendler und Gelegenheitskunden soll es deutlich billiger werden“, sagt MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag. Er fügt hinzu: „Und gerechter.“ Dazu sind einige Änderungen geplant:

-Das komplizierte System mit 16 Ringen und vier Zonen wird vereinheitlicht – es soll wahrscheinlich acht Tarifkreise geben (wir berichteten). In den einzelnen Kreistagen wurde dieses Modell schon vorgestellt. Wo die Grenzen genau laufen, wird derzeit im MVV diskutiert – „Tarifsprünge sollen vermieden werden“, sagt Freitag. Beispiel: Von Vaterstetten (Kreis Ebersberg) nach München kostet eine S-Bahn-Fahrt derzeit vier Streifen. Ab Haar, nur eine Station weiter, zahlt man nur zwei. Viele Vaterstettener fahren deshalb mit dem Auto nach Haar, was den Landrat Robert Niedergesäß (CSU) ärgert. So etwas soll nach der Reform der Vergangenheit angehören.

Gemeint ist: Städte mit mehreren Bahnhöfen sollen tarifrechtlich nicht „zerschnitten“ werden. Versprochen ist, dass die „Sprünge“ auch nicht mehr so hoch ausfallen. Durchfährt man mehrere Kreise, halbiert sich der Preissprung, verspricht Freitag.

-Auf Druck des Münchner Stadtrats sollen Seniorenkarten künftig erst ab 65 Jahren gelten. Die bisherige Altersgrenze von 60 Jahren sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es beim MVV. Als Ausgleich könnte die Sperrzeit ab 9 Uhr wegfallen. Offen ist noch die Frage, ob man die Ermäßigung bei wirklichen Frührentnern belässt. Müssen sie sich dann bei einer Kontrolle ausweisen? Freitag sagt: „Das ist eine Frage der Praktikabilität im Alltag.“

-Für Jugendliche soll, so wurde es im Mai ebenfalls im Münchner Stadtrat gefordert, der MVV attraktiver werden. Denkbar ist, dass Inhaber eines Tickets nach den Ausbildungstarifen zu bestimmten Zeiten Freifahrten innerhalb des gesamten MVV-Raums eingeräumt wird. Das lehnt sich an das furiose Hessen-Modell an – dort können Jugendliche für umgerechnet einen Euro am Tag im ganzen Bundesland Regionalzüge nutzen.

-Ob die mitunter verwirrende Vielfalt an Tickets eingedämmt wird, ist eine offene Frage. „Die Streifenkarte bleibt“, sagt Alexander Freitag – sie ist eine der beliebtesten Fahrkarten und bescherte dem MVV im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 101,5 Millionen Euro. Ein Pilotversuch ist wie berichtet mit einer Smartphone-App geplant: Der Fahrgast läuft durch eine Schranke, dann wird nach Entfernungskilometern abgerechnet – wer kurz fährt, zahlt weniger, wer länger fährt, entsprechend mehr. Mehrere tausend Fahrgäste sollen dieses System wohl ab 2019 testen.

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