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Besser und schneller: Der MVV wirbt für ein Express-Bus-Ring um München.

Besser und schneller

MVV wirbt für einen Express-Bus-Ring um München

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Der MVV wirbt dafür, einzelne S-Bahn-Linien durch Querverbindungen zu vernetzen – aber nicht durch die Bahn, sondern mit Bussen. Die Landkreise müssten dafür deutlich mehr Geld in die Hand nehmen.

München – Mit Expansionsideen für den Schienen-Nahverkehr hat MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag frustrierende Erfahrungen gesammelt. 

Die Erweiterung des MVV-Tarifgebiets etwa, so klagte er jetzt im Regionalen Planungsverband (RPV), werde „seit 15 Jahren“ diskutiert, „ohne dass wir recht vorankommen“. Der im Prinzip allseits befürwortete Vorschlag, dass zum Beispiel Fahrgäste aus Landsberg oder Rosenheim mit einem MVV-Ticket fahren könnten, scheitert bis auf wenige Ausnahmen meist am Geld.

S4 mit der S3 verbinden - diese Ideen sind schon 15 Jahre

Ähnlich lief es mit einer anderen Innovation, die vor 15 Jahren viele Gemeinden elektrisierte. Damals entstand die Idee, die S-Bahn-Außenäste mit Stadt-Umland-Bahnen zu verbinden, also zum Beispiel die S4 mit der S3 oder die S2 mit der S1. Dann müsste man nicht umständlich „ums Eck“ erst mit der einen S-Bahn rein, mit der anderen wieder raus fahren. Problem: Solche „SUB’s“ fahren trambahn-ähnlich auf Schienen, der Bau dauert Jahre und ist teuer. Bis heute gibt es keine einzige Stadt-Umland-Bahn in der Region München.

MVV macht Werbung für Aufbau eines Bus-Ringnetzes

Leichter machbar sei indes der Aufbau eines Bus-Ringnetzes. Dafür warb Freitag vor den im RPV versammelten Landräten und Bürgermeistern. Erste Buslinien hätten sich „sehr positiv“ entwickelt.

Das konnte Starnbergs Landrat Karl Roth (CSU) nur bestätigen. So pendelt seit 2015 ein Expressbus X900 mit nur wenigen Halten zwischendurch zwischen Fürstenfeldbruck und Starnberg und verbindet dabei die drei S-Bahn-Linien S4, S6 und S8. Fahrzeit: 33 Minuten. Mit der S-Bahn würde es 51 Minuten dauern. 

„Es läuft super“, sagte Roth. Begonnen habe es mit 400 Fahrgästen am Tag, jetzt seien es schon 600, wie eine Zählung im Juli ergeben habe. MVV-Chef Freitag hält weitere Tangential-Routen für machbar, etwa von Fürstenfeldbruck bis zum Gewerbegebiet „GADA“ auf Dachauer Seite. „Die wäre schick“, sagte Freitag. Allerdings dauert die Diskussion im Dachauer Kreis, der sich an den Kosten beteiligen müsste, noch an. Fällt die Entscheidung, so benötigt der MVV ein weiteres Jahr Vorlaufzeit, denn die Linie muss in der Regel europaweit ausgeschrieben werden.

Neue Bus-Routen zwischen S-Bahnhöfen

Eine weitere denkbare Tangentialverbindung liegt im Südosten. Für Höllriegelskreuth–Haar (über die Isar, mit Halt an den Bahnhöfen Furth und Hohenbrunn) hat der MVV-Arbeitskreis „ÖV Tangenten“ zwei mögliche Routenverläufe ausgearbeitet. Diese Linie würde gleich vier S-Bahn-Außenäste verbinden. 

„Die Hauptnachfrage zeigt sich zwischen Grünwald und Oberhaching“, heißt es in einem Zwischenbericht des MVV-Arbeitskreises, der unserer Zeitung vorliegt. 

Je nach Route würde eine Fahrt über die gesamte bis zu 28,7 Kilometer lange Strecke mit insgesamt elf bis 14 Haltestellen etwa 40 Minuten dauern. Damit es sich rechnet, schlagen die Planer im MVV einen 20-Minuten-Takt und auch ein Angebot von Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen vor. 

Wer soll das Bus-Ringnetz zahlen?

Im Detail durchgeplant ist die Strecke freilich noch nicht – und finanziert schon gleich gar nicht. Er könne nur appellieren, „mutig zu sein“, sagte Freitag. Denn bis heute ist der Expressbus eher die Ausnahme denn die Regel. Meist gibt es nur Busse, die zwar einzelne S-Bahnhöfe verbinden, jedoch „an jedem Weiler halten“, wie es Freitag ausdrückte.

So lange würde eine Rundreise mit dem Bus um München dauern

Auf Anfrage unserer Zeitung hatte der MVV 2016 ausgerechnet, wie viel eine Rundreise um München per Bus dauern würde: Es wären vier Stunden und sechs Minuten – reine Fahrtzeit, Umsteigen und Wartezeiten nicht mitgerechnet. In Zukunft sollte das schneller gehen.

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Von Dirk Walter

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