Mysteriöse Explosion: War es wirklich ein Unfall?

Losau - Der 23-jährige Chris P. kam bei einer Explosion im oberfränkischen Losau ums Leben - er bastelte mit Sprengstoff. Nur Tage vor der Explosion war die Kripo bei dem jungen Mann. Ein Unfall – oder steckt mehr dahinter?

Sonntagmittag, als viele sich über das schöne Wetter im Freistaat freuten und im Freien etwas unternahmen, saß der junge Chris P. (23, Name geändert) in seinem Zimmer am Ortsrand von Losau (Oberfranken). Vor ihm bunte Drähte, Metallteile, Akkus und Schwarzpulver – wohl das Überbleibsel von verschossenen Böllern, Krachern und Munition. Pulver, das er mühsam zusammengekratzt hatte. Um 12.30 Uhr kam es in dem Raum plötzlich zu einer Detonation, diese verletzte den jungen Mann dermaßen schwer, dass ihm der Notarzt, der von Chris’ Schwester gerufen worden war, nicht mehr helfen konnte. Ein Unfall – oder steckt mehr dahinter?

Erst am Donnerstag hatte es in dem Anwesen eine größere Hausdurchsuchung durch die Kripo gegeben, mindesten fünf Polizeiautos standen dabei vor dem Haus, es sollen auch Hunde eingesetzt worden sein. Das Polizeipräsidium Oberfranken bestätigte, dass es tatsächlich zu der Durchsuchung gekommen war. Auslöser: Es gab Hinweise auf Verstöße gegen das Waffengesetz. Bei der Durchsuchung wurden dann auch verschiedene Gegenstände entdeckt. „Pyrotechnische Gegenstände, Böller, Kracher, auch Chemikalien“, so ein Polizeisprecher. Dazu wurden legal zu erwerbende Waffen mitgenommen, aber auch ein Elektroschocker, den sich Chris P. ohne Erlaubnis besorgt hatte.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth haben nach der tödlichen Explosion die Ermittlungen aufgenommen. Beamte der Technischen Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) und des Sachgebiets für Sprengstoffdelikte im Landeskriminalamt unterstützen die Ermittlungen. Dabei werden auch die Umstände geprüft, wie es zu der folgenschweren Detonation kommen konnte. Unvorsichtiges Hantieren mit dem Sprengsatz wird als wahrscheinlichste Ursache angenommen.

Chris P. galt als stiller, in sich gekehrter junger Mann. Seine Eltern haben sich getrennt, der Vater ist mit einer Frau befreundet, die in Österreich lebt. Die Mutter ist offenbar nach Erlangen gezogen. Der Verstorbene hatte eine Anstellung in einem Geschäft, das neben legalen Waffen (Schreckschuss. Softair, Luftdruck, Selbstverteidigungssprays) auch Outdoor-Bekleidung und Militärausrüstung vertreibt. Chris P. war vor dieser Anstellung bei der Bundeswehr gewesen. Zwei Jahre lang soll er gedient haben, nach seiner Bundeswehrzeit suchte er dann fast ein Jahr lang nach einer neuen Anstellung – bis er endlich den Job bei der Ausrüstungsfirma erhielt.

Doch warum baute er den Sprengsatz? Aus reinem (riskantem) Spaß? Und weshalb war die Kripo schon Tage vor der Detonation alarmiert?

Leute, die Chris P. kannten, beschreiben ihn als etwas verschüchtert, als jungen Mann, der nur wenig Freunde gehabt hatte, lieber daheim war als draußen. Dagegen präsentiert sich der junge Mann im Internet als freundlich und aufgeschlossen, mit Mädchen im Arm – wie frisch verliebt.

MC

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