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Nach dem Busunfall auf der A9 sorgt ein TV-Bericht für Entsetzen bei Bayerns Feuerwehren.

Skandal nach Busunglück auf A9

Feuerwehrleute rasten aus: Reporter spricht von „Freiwilligen statt Profis“ 

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Feuerwehrler in ganz Bayern sehen gerade rot - wegen eines TV-Beitrags zum Busunfall auf der A9: Der Reporter spricht darin von „eher freiwilligen Feuerwehrleuten“, die statt „Profis“ im Einsatz waren. 

Münchberg - Dieser Fall sorgt für hitzige Diskussionen im Netz: Der Reporter des Senders N24 hat sich wahrscheinlich nur unklar ausgedrückt. Sein Bericht ist für viele freiwillige Feuerwehrleute in ganz Bayern trotzdem ein Schlag ins Gesicht. Am Montag steht der Berichterstatter auf der A9 am Einsatzort, wo am Morgen ein Reisebus in einen Sattelzug krachte, Feuer fing und komplett ausbrannte (wir berichten im News-Blog). 18 Menschen starben, 30 sind verletzt. Seine Frage an eine Einsatz-Sprecherin: „Waren es zu Beginn freiwillige Feuerwehrleute oder Profis?“ Und: „Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass die Feuerwehrleute (...), das waren freiwillige Feuerwehrleute, das sind auch Profis, aber es ist eben doch nicht die professionelle Feuerwehr.“ Worte, die für einen Aufschrei sorgen.

Ein Bericht des TV-Senders N24 sorgt nach dem Busunfall auf der A9 bei Münchberg für einen Eklat bei den Feuerwehren.

Auf Facebook laufen vor allem Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen selbst Sturm. „Ohne diese "unprofessionellen" würden wir ganz schön alt aussehen. Gerade diese Menschen sind eine der Stützen unserer Gesellschaft“,  schreibt einer entrüstet. Ein anderer: „Was soll das denn bitte? Freiwillige sind genauso gut ausgebildet! Frechheit was der sich erlaubt.“ Und: „Der gute Mann sollte doch mal nen Einsatz mit den nicht ganz Profis mit machen, keine 10 min würde er schaffen. Einfach nur traurig.“

Auch Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, ist entsetzt über den Bericht. „Ehrenamtliche sind auch professionelle Einsatzkräfte“, sagt er mit Nachdruck. Und, dass er die Hand dafür ins Feuer lege, dass Freiwillige genauso professionell wie berufsmäßige Feuerwehren arbeiten. Vor allem die Wortwahl sei in dem TV-Beitrag ein Problem. „Es gibt freiwillige Feuerwehren und Berufsfeuerwehren. Und jeder ist Profi vor Ort.“ Der Bürger merke im Einsatz keinen Unterschied. Und er legt Zahlen vor, die die immense Bedeutung der Freiwilligen in Bayern aufzeigen: 10.000 Berufsfeuerwehrleuten stehen 320.000 Freiwilligen gegenüber.

Der N24-Reporter hat sich inzwischen öffentlich im TV für seine Wortwahl entschuldigt. Und auch der Sender bittet um Verzeihung. „Wir haben die allergrößte Achtung vor der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr“, so eine Sprecherin. „Seine (die des Reporters, Anm. der Red.) gestrige Wortwahl war ein Fehler.“

N24-Reporter entschuldigt sich live im TV

sta

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